Handelsgericht bestätigt: Konkursverfahren über Szenelokal Flex eröffnet

3. Oktober 2014, 11:43
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Laut Chef Thomas Eller wegen mittlerweile bezahlter Rechnung - Betrieb läuft normal weiter

Wien - Über den Betreiberverein des Wiener Szenelokals Flex ist ein Konkursverfahren eröffnet worden. Das teilte der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) am Donnerstag mit. Am Freitag bestätigte Alexander Schmidt, Sprecher des Handelsgerichts Wien, im Gespräch mit derStandard.at die Eröffnung des Verfahrens. Die Prüfungstagsatzung findet laut Insolvenzdatei am 1. Dezember statt.

Laut Flex-Chef Thomas Eller kam der Antrag von der Krankenkasse - wegen einer nicht bezahlten Rechnung, die inzwischen beglichen worden sei, wie er versicherte. Wieso dennoch das Konkursverfahren eingeleitet wurde? "Das Gericht konnte davon offenbar nicht überzeugt werden", sagte Schmidt.

Die Eröffnung des Konkursverfahrens sorgt in sozialen Medien für Aufruhr. Eller versucht auf der Facebook-Seite zu kalmieren und bezeichnet die "medial herumspukenden Gerüchte über einen Flex-Konkurs" als falsch.

Jedoch liegt laut AKV noch ein weiterer Gläubigerantrag vor. "Davon weiß ich nichts", sagte Eller. Das Lokal selbst habe jedenfalls normal geöffnet, am regulären Betrieb ändere sich nichts, beteuerte er.

Bonitätsauswertung

Eine der APA vorliegende Bonitätsauswertung des Lokals zeigt, dass bisherigen Zahlungsverpflichtungen in "stark schleppender Art und Weise nachgekommen" wird. Gläubigerschützer vergeben das Rating 5, also die schlechteste Note, und raten zu höchster Vorsicht.

Laut Eller ist lediglich die Rechnung der Gebietskrankenkasse übersehen worden. "Wegen eines Antrags wird nicht gleich ein Konkursverfahren eröffnet. Da dürfte schon noch was gewesen sein", entgegnete Creditreform-Chef Gerhard Weinhofer. Wenn es Zahlungsvereinbarungen mit Gläubigern gebe, hätte Eller das vor Gericht vorlegen müssen, so Weinhofer. Dann wäre das Verfahren gar nicht erst eröffnet worden.

Das Flex liegt im ersten Bezirk am Donaukanal, es gehört zu den prominentesten Clubs und Konzertlocations der Stadt. (APA, red, derStandard.at, 3.10.2014)

  • Von einem weiteren Gläubigerantrag weiß Flex-Chef Thomas Eller nichts.
    foto: apa/georg hochmuth

    Von einem weiteren Gläubigerantrag weiß Flex-Chef Thomas Eller nichts.

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