krone.at-Chefredakteur Griessmair muss gehen

2. Oktober 2014, 14:36
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Protestbrief der Redaktion an Herausgeber Dichand - Richard Schmitt: Online solle näher an "Krone"

Wien - "Krone"-Herausgeber und -Chefredakteur Christoph Dichand bekam dieser Tage Post von seinen Online-Redakteuren: Nach STANDARD-Infos verfassten sie ein Protestschreiben gegen den unfreiwilligen Abgang ihres Chefredakteurs Günther Griessmair. Der leitete die Redaktion seit 2006.

Griessmair soll sich gegen eine stärker klickorientierte Ausrichtung von krone.at am Vorbild etwa von bild.de gewehrt haben, die Dichands redaktioneller Berater Richard Schmitt verfolge.

Schmitt verneint diese Zielrichtung auf Anfrage: Er sei schon seit bald einem Jahr Chefredakteur in der Krone Multimedia, die das Portal betreibt. Er wolle die Plattform vielmehr "zum Abbild der 'Krone'" machen und näher an der Zeitung positionieren. Bisher sei sie eher "zwischen APA und orf.at" positioniert. Das impliziert eine stärkere Boulevardausrichtung.

Schmitt berichtet auf STANDARD-Anfrage zum Konflikt von einer Aussprache mit der Redaktion von krone.at nach dem Schreiben. Er sehe die Bedenken und Befürchtungen ausgeräumt. Neuer Chef vom Dienst bei krone.at sei Martin Kallinger, schon bisher Vize bei krone.at.

"Mit tiefer Besorgnis"

"Mit tiefer Besorgnis haben wir am Montag die Kündigung unseres Chefredakteurs Günther Griessmair zur Kenntnis nehmen müssen", soll nach STANDARD-Infos in dem Schreiben der Onlineredakteure an Dichand stehen. "Das Unternehmen verliert damit unserer Meinung nach einen kompetenten, weitsichtigen und sehr engagierten Mitarbeiter – und wir einen guten Vorgesetzten."

Respektvoller Protest

"Durch die Kündigung eines derart wertvollen und im gesamten Haus bestens geachteten Mitarbeiters sehen wir die in den letzten Jahren erzielten Erfolge infrage gestellt beziehungsweise sogar gefährdet", heiße es im Schreiben weiter: "Daher wollen wir gegen diese Entscheidung unseren in aller Form des Respekts dargebrachten Protest einlegen."

Eine Stellungnahme Griessmairs steht bisher aus. (red, derStandard.at, 2.10.2014)

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