Köck bald wieder geschäftsfähig

2. Oktober 2014, 13:25
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Handelsgericht Wien bestätigt Sanierungsplan

Wien - Der heuer im Juni in die Insolvenz geschlitterte Elektroshop Köck ist bald wieder unbeschränkt geschäftsfähig. Das Handelsgericht Wien hat heute den angebotenen Sanierungsplan bestätigt. Die Gläubiger haben nun noch 14 Tage Zeit, um Rechtsmittel einzulegen, danach ist das Sanierungsverfahren offiziell beendet, teilte der Kreditschutzverband von 1870 (KSV) der APA heute, Donnerstag, mit.

"Köck hat damit die erste große Hürde geschafft, um wieder völlig verfügungs- und geschäftsfähig zu sein", so KSV-Insolvenzexperte Roman Tahbaz vom KSV. 10 Prozent der Forderungen der Gläubiger seien bereits beim Sanierungsverwalter erlegt worden. Zur Auszahlung kommen rund 2 Mio. Euro. Die restlichen 20 Prozent müsse Köck innerhalb von zwei Jahren zahlen.

Sanierungsverfahren

Der Wiener Traditionsbetrieb hatte sich zuletzt in einem Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung befunden und laut Gläubigerschützer kostendeckend gearbeitet. Vom Sanierungsverfahren waren 110 Gläubiger und 57 Beschäftigte betroffen, die Verbindlichkeiten beliefen sich auf 4,6 Mio. Euro. Als Grund für die Insolvenz wurden erhebliche Umsatzeinbußen infolge steigender Konkurrenz durch Billiganbieter und die rasche Schließung einer nach Ankauf eines Warenlagers in Berlin im Jahr 2012 eröffneten Filiale genannt.

Köck hatte sich damit heuer in eine Reihe von Insolvenzen im Elektrohandel eingereiht. Den Anfang machte der Wiener PC-Händler DiTech mit 522 Gläubigern und fast 37 Mio. Euro Schulden. Zeitgleich mit der Insolvenzmeldung von Köck gab auch der Apple-Händler mcworld/mcshark bekannt, dass er ein Sanierungsfall ist. Von der Pleite des Apple-Händlers ist auch der Steuerzahler direkt betroffen. 30 Prozent des Unternehmens hält nämlich der staatliche aws Mittelstandsfonds. (APA, 2.10.2014)

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