"Sanfte Kommunikation": Jony Ive spricht über Design der Apple Watch

2. Oktober 2014, 10:48
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Apples Designchef arbeitete drei Jahre lang an der Umsetzung des Wearables und gewährte der "Vogue" einen Vorab-Blick auf die Uhr

Lange war sie nur ein Gerücht, Anfang September machte Apple sie offiziell: Die Apple Watch. Das erste Wearable aus Cupertino wird den Handel Anfang 2015 und in zwei Größen und drei Modellen erscheinen. Für die Ästhetik des Geräts und seiner Software zeichnet Jonathan "Jony" Ive verantwortlich.

Er ist seit 1992 bei Apple und hat drei Jahre lang mit der Umsetzung der Uhr verbracht. Der als zurückhaltend geltende Manager hat bereits vor ihrer Enthüllung dem Fashionmagazin Vogue ein Interview gegeben, das nun veröffentlicht wurde.

Langjähriger Freund von Steve Jobs

Fünf Jahre nach dem Ive bei Apple an Bord gegangen war, stand er kurz davor, seinen Job aufzugeben. Das änderte sich durch die Rückkehr von Steve Jobs, der den strauchelnden Konzern wieder auf die Beine brachte und zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt machte. Dass sich Ive und Jobs prächtig verstanden, wurde bereits bei ihrem ersten Treffen klar, as Ive dem alten und neuen CEO zeigte, an was sein Team gerade arbeite.

Jobs wurde ein enger Freund von Ive, der bei der Abschiedszeremonie nach dessen Tod 2011 auch eine bewegende Rede hielt. Bis dahin hatte Ive an der Umsetzung zahlreicher erfolgreicher Produkte, angefangen mit den knallbunten iMacs, mitgewirkt.

Vorab-Blick auf die Apple Watch

Mehrere Wochen vor der Enthüllung zeigen Jony Ive und Jobs-Nachfolger Tim Cook dem Vogue-Journalisten David Sullivan die damals in der Öffentlichkeit noch als "iWatch" titulierte Apple Watch in einem sicheren, bewachten Raum.

Angesprochen auf das merkbare Gewicht der Smartwatch erläutert Ive, dass dies an den "echten Materialien" liege und ermuntert den Reporter, alle Komponenten der Uhr haptisch zu erfassen. "Es ist seltsam, wenn man drei Jahre lang an etwas gearbeitet hat", meint er, während er von der Entwicklung klassischer Standuhren zu Armbanduhren erzählt. Handys und Smartphones machten diese teilweise obsolet, eine Imbalance, die mit der Apple Watch wieder ins Lot gerückt werden soll.

Sanft kommunizieren

Moderne Technologie werde oft einfach nur ein Mittel der Kommunikation, ohne sie um subtile Nuancen zu erweitern. Dass dies aber möglich ist, soll die Smartwatch unter anderem mit der Möglichkeit zeigen, anderen Watch-Trägern den eigenen Herzschlag spürbar zu übermitteln. "Man fühlt diese ganz leichte Berührung", schwärmt Ive von der unscheinbar wirkenden Funktion. "Ich denke, das ist eine große Sache, auf diese sehr sanfte Art kommunizieren zu können."

Auch das Erlebnis beim Tragen und Abnehmen der Uhr ist ein von Ive gestaltete. Stolz ist er besonders auf die einfache Möglichkeit, die Uhr vom Armband zu trennen und – begleitet von einem sanften Klicken - wieder anzufügen. "Alles, was wir versuchen zu tun", so der Designer, "ist es, nach dem Einfachen und Reinen zu streben."

Apple will Mode-Szene erobern

Apple versucht seine Watch in der Mode-Szene zu etablieren und sie nicht nur als normales Consumer-Produkt, sondern – auch über die "Edition"-Modellreihe – als hochwertiges, elektronisches Accessoir zu vermarkten. Erste Reaktionen von Lifestyle-Experten nach der Präsentation waren gemischt ausgefallen. (gpi, derStandard.at, 02.10.2014)

  • Jonathan "Jony" Ive strebt nach dem "Reinen und Einfachen".
    foto: reuters

    Jonathan "Jony" Ive strebt nach dem "Reinen und Einfachen".

  • Mit der Watch will Apple in der Mode-Szene Fuß fassen.
    foto: apple

    Mit der Watch will Apple in der Mode-Szene Fuß fassen.

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