Klarnamen: Facebook kommt Dragqueens entgegen

2. Oktober 2014, 09:53
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Neue Tools zur Authentifizierung geplant, LGBT-Community zufrieden

Facebook plant neue Tools, mit denen Nutzer mit vermeintlichen "Fake-Accounts" ihre Identität bestätigen können. Anlass dafür war der Protest zahlreicher Dragqueens, die auf Facebook dasselbe Alias wie auf der Bühne benutzten. Etwa Sister Roma, die eine der Anführerinnen der Proteste war. Facebook forderte von ihr eine Identifikation per Ausweis, daraufhin wurde ihr Name geändert.

Diskriminierung

Das führte zu heftiger Kritik aus der LGBT-Community: Durch eine kompromisslose Klarnamenpflicht würden Menschen mit Geschlechteridentitäten jenseits der traditionellen Rollenbilder diskriminiert oder sogar gefährdet werden. Viele Mitglieder flohen auf die Facebook-Alternative Ello, wo der Name frei gewählt werden kann.

Neue Namenspolitik

Jetzt hat Facebook reagiert. "Bis vor kurzem hat unser Vorgehen eine sichere Gemeinschaft geschaffen", erklärte Chris Cox, der Facebooks Produktabteilung leitet. Er gibt allerdings zu, dass "unabsichtlich Gruppen Schaden zugefügt wurde". Deshalb können Menschen künftig "den Namen, unter dem man sie kennt", auf Facebook nutzen, sagte Cox gegenüber The Verge.

Reaktion zufriedenstellend

Die protestierenden Dragqueens zeigten sich mit Facebooks Reaktion zufrieden. "Ich wusste von Anfang an, dass Facebook schließlich das Richtige tun würde", sagte Sister Roma laut The Verge, "man kann kein Unternehmen aus San Francisco sein und Dragqueens nicht lieben." (fsc, derStandard.at, 2.10.2014)

  • Dragqueens dürfen auf Facebook künftig auf Klarnamen verzichten (Bild: Teilnehmer des Christopher Street Day in Berlin).
    foto: apa/epa/hoppe

    Dragqueens dürfen auf Facebook künftig auf Klarnamen verzichten (Bild: Teilnehmer des Christopher Street Day in Berlin).

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