Verpflichtende Frauenquote und andere Trends im Aufsichtsrat

2. Oktober 2014, 12:59
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Regelmäßig wird das Thema "Wie sinnvoll ist die Frauenquote?" in Medien im In- und Ausland diskutiert

Die Arbeiterkammer erhebt jährlich den Frauenanteil in österreichischen Großfirmen. Fakt ist, der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der im Börsenleitindex ATX notierenden Firmen liegt heuer bei 12 Prozent (2013: 11,6 Prozent).

Grundsätzlich ist Diversität das Schlüsselwort, Frauenquote hin oder her. Erfolgreich sind diejenigen, die es geschafft haben, die gesetzlich vorgegebene "ausgewogene Zusammensetzung des Aufsichtsrats" tatsächlich in die Praxis umzusetzen.

Nach dem Wortlaut des Gesetzes gilt der Grundsatz Qualifikation vor Geschlecht. Die Erfahrung lehrt nur die richtige Persönlichkeit und Qualifikation führen zum Erfolg. Durch Zusammensetzung des Aufsichtsrates mit unterschiedlichen Persönlichkeiten, die sich sowohl fachlich als auch persönlich ergänzen und bereichern, ist es möglich, Unternehmen auf künftige Herausforderungen vorzubereiten.

Mangel an HR Kompetenz

Zu beobachten ist, dass es in Aufsichtsräten - unabhängig vom Geschlecht - einen Mangel an Human Resources Kompetenz gibt. Zur Steuerung eines Unternehmens reicht es nicht, "nur" fachliche Expertise einzubringen, sondern auch durch Kompetenz im Human Resources Management zu überzeugen und die Fähigkeit mitzubringen, die richtigen Leistungsträger zu identifizieren. Immer deutlicher wird daher die Nachfrage nach Aufsichtsräten, die Qualifikationen im Human Resources Management mitbringen.

Der Trend zur Besetzung von Aufsichtsrats-Mandaten mit Personen aus dem Human Resources Umfeld bzw. mit Personen, die dies als zweites Standbein mitbringen, zeichnet sich deutlich ab. Betrachtet man die Mandate von Mercuri Urval in der DACH Region (Deutschland, Österreich, Schweiz), haben diese 2013 etwa 15 Prozent der Aufträge ausgemacht - im Vergleich zu fünf Prozent im Jahr 2009.

Doch eines zeigen zahlreiche Studien: Unternehmen, die es beherrschen nicht nur fachlich sondern durch den Einsatz der richtigen Menschen ihr Geschäft zu steuern, die Potenziale der Mitarbeiter zielgerichtet einzusetzen, werden sich im Dschungel des war of talents durchsetzen. Dies gilt nicht nur für die richtige Zusammensetzung des Aufsichtsrates. (Doris Hofmeister, derStandard.at, 2.10.2014)

Doris Hofmeister ist Director Board & Executive, International Business Manager. Mercuri Urval betreut im Board & Executive Bereich Aufsichtsratsmandate.

  • Doris Hofmeister, Mercuri Urval.
    foto: ho

    Doris Hofmeister, Mercuri Urval.

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