1,4 Millionen Muslime zu Pilgerfahrt in Mekka eingetroffen

Ansichtssache1. Oktober 2014, 16:51
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Furcht vor Ausbreitung von MERS oder Ebola - Höhepunkt von Hajj ist das Opferfest am Samstag

Mekka - Knapp eineinhalb Millionen Muslime aus aller Welt sind bis Mittwoch zur Hajj - der wichtigsten Pilgerfahrt des Islam - im saudi-arabischen Mekka eingetroffen. Mit 1.388.246 Gläubigen ist die Zahl nach Angaben der offiziellen saudi-arabischen Nachrichtenagentur SPA leicht angestiegen. Im Vorjahr seien 1.379.531 Pilger nach Mekka gekommen, hieß es.

Aus Saudi-Arabien selbst wird zusätzlich rund eine Million weitere Pilger erwartet. Die Hajj ist eine der fünf Säulen des Islam. Jeder fromme Muslim, der gesund ist und es sich leisten kann, sollte einmal im Leben nach Mekka pilgern. Offiziell beginnt die Wallfahrt am Donnerstag, ihr Höhepunkt ist das Opferfest (Eid al-Adha) am Samstag. Bei rituellen Tierschlachtungen am Berg Arafat erinnern die Muslime an die Bereitschaft Abrahams (arabisch: Ibrahim), seinen Sohn zu opfern, um Gott seinen Glauben zu beweisen.

Wie schon im Vorjahr besteht Furcht vor der Ausbreitung des gefährlichen Coronavirus MERS oder einer Ebola-Epidemie. Das saudi-arabische Gesundheitsministerium hatte im Vorfeld daher strenge Visabestimmungen und Schutzimpfungen auferlegt. Muslimen aus Westafrika war die Pilgerreise in diesem Jahr verboten worden. (red, derStandard.at, 1.10.2014)

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Die große muslimische Pilgerfahrt Hajj beginnt in diesem Jahr am 2. Oktober. Das Datum richtet sich nach dem islamischen Mondkalender. Die kleine Pilgerfahrt, Umrah, kann zu jeder beliebigen Zeit erfolgen.

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Jeder Muslim ist verpflichtet, zumindest einmal in seinem Leben an der Hajj teilzunehmen, sofern er es sich finanziell leisten kann und gesundheitlich in der Lage ist. Das Ritual folgt einer Regel, die auf die Lehre des islamischen Religionsstifters Mohammed zurückgeht.

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Die Hajj findet im zwölften Monat des islamischen Jahres (Dhul Hijjah) statt, dessen Einteilung sich nach den Mondperioden richtet. Damit fällt die Wallfahrt immer wieder in eine andere Jahreszeit.

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Die Pilger tragen ein spezielles, schlicht gehaltenes weißes Gewand, das die Unterschiede von Arm und Reich nicht mehr erkennen lässt und die Überzeugung symbolisiert, dass vor Gott alle Menschen gleich sind.

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Die Wallfahrt führt die Pilger zunächst aus der Stadt Mekka hinaus, in die etwa 15 Kilometer östlich gelegene Ebene Arafat, wo sie den Nachmittag des zweiten Tages verbringen. Dann kehren sie in Etappen nach Mekka zurück.

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Auf dem Rückweg nach Mekka vollziehen die Pilger das Ritual der Steinigung des Teufels. Sie werfen von einer Brücke aus Steine auf drei Stelen, die an der Stelle stehen, an denen der Teufel Abraham erschienen sein soll.

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Alle Pilger besuchen die Große Moschee, in deren Mitte sich die Kaaba befindet, ein riesiger, mit einem schwarzen Vorhang (Kiswa) umhüllter Kubus, in dessen Seite der "schwarze Stein", ein Meteorit, eingemauert ist. Laut dem Koran wurde die Kaaba vom Propheten Abraham und seinem Sohn Ishmail (Ismael) errichtet.

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Die Pilger umrunden die Kaaba sieben Mal zu Beginn der Wallfahrt und zu ihrem Abschluss; diese Umrundung heißt Tawaf. Zudem legen sie den Weg zwischen den beiden heiligen Hügeln Safa und Marwa innerhalb der riesigen Moschee ebenfalls sieben Mal zurück.

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Die Hajj wird mit dem Opferfest beendet, dem Eid al-Adha. Es ist neben dem Eid al-Fitr zum Ende des Fastenmonats Ramadan das höchste Fest des Islams, wird in der gesamten islamischen Welt begangen und dauert drei Tage. Hunderttausende von Kühen, Schafen und Kamelen werden geschlachtet. Ein Großteil des Fleisches wird an Bedürftige weitergegeben.

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Das Opferfest erinnert an die biblische Geschichte, in der Gott Abraham befiehlt, seinen Sohn zu opfern. Nach islamischer Tradition handelte es sich bei diesem Sohn um Ismail, nicht um Isaak wie in der biblischen Geschichte. Im letzten Moment änderte Gott seine Forderung und Abraham sollte ein Schaf schlachten. Die Geschichte gilt als Ausdruck des Gottesvertrauens Abrahams.

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Dem islamischen Glauben zufolge kehren die Pilger von der Hajj "rein wie Ungeborene" zurück. Im Koran werden die Teilnehmer als "Gäste Gottes" bezeichnet. Das Foto zeigt die Pilgerstätte im Jahr 1988.

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Ein Archivbild aus dem Jahr 1951.

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