Zehntausende Walrosse sammeln sich an Alaskas Küste

Ansichtssache1. Oktober 2014, 14:17
148 Postings

Die Eisdecke, der natürliche Rückzugsort der Tiere, entschwand noch stärker nach Norden als in den vergangenen Jahren

Zehntausende Walrosse sammeln sich derzeit bei Point Lay an der Nordwestküste des US-Bundesstaats Alaska. Am Dienstag veröffentlichte Luftaufnahmen der US-Behörde National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) zeigen bis zu 35.000 der Tiere, die sich zu dieser Jahreszeit üblicherweise auf die Eisdecke der Tschuktschensee zurückziehen, um dort ihren Nachwuchs zur Welt zu bringen.

Weil sich das Eis heuer besonders weit nach Norden zurückgezogen hat, rotten sich die Walrosse seit Anfang September auf dem Festland zusammen. Das US Fish and Wildlife Service beobachtete am 12. September erstmals eine Ansammlung von 2.000 bis 4.000 Exemplaren. Bis 27. September, dem Zeitpunkt der NOAA-Aufnahmen, hat sich ihre Zahl verzehnfacht.

foto: ap photo/noaa, corey accardo

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AP waren Walrosspopulationen in maßgeblicher Zahl erstmals 2007 am Festland Alaskas beobachtet worden. Von dort aus gelangen die Raubtiere schwerer an Futter - Schnecken, Muscheln und Würmer - als von den auf fruchtbaren Hochseegewässern treibenden Eisschollen aus.

1
foto: ap photo/noaa, corey accardo

"Auch das letzte bisschen Eis ist verschwunden und sie sind an die Küste gekommen", sagt Chadwick Jay vom US Geological Survey's Pacific Walrus Research Program gegenüber Alaska Dispatch News. Nur zwei Mal in den vergangenen acht Jahren hatte die Tschuktschensee laut Jay genug Eis, um die Tiere darauf unterzubringen. So viele Walrosse wie heuer seien aber in Alaska noch nie beobachtet worden.

Die Gefahr der derzeitigen Situation liegt laut Biologen nicht nur in der Futterknappheit für die Eltern- und vor allem die Jungtiere, sondern auch durch mögliche Stampeden in Panik geratender Tiere, in denen der Nachwuchs zu Tode getrampelt wird. (red, derStandard.at, 1.10.2014)

2
Share if you care.