Paris Fashion Week: Gaultiers Abschiedsparty, Mugler, Margiela

1. Oktober 2014, 13:22
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Jean Paul Gaultier feiert Pret-à-Porter-Adieu, David Koma für Mugler Cut-Outs, Maison Martin Margiela wechselt die Plätze

Jean Paul Gaultier oder ein Blick zurück

Es war das Ende einer Ära.: Jean Paul Gaultier feierte seinen Abschied von der Prêt-à-Porter-Bühne. Doch das Enfant Terrible der Mode inszenierte seinen Weggang alles andere als tränenreich. Mit einer humorvollen Miss-Wahl erinnerte er an die Highlights seiner Karriere. Die Kategorien "Miss Smoking" oder "Miss Marinière" standen sinnbildlich für die Designs, mit denen Gaultier seinerzeit Furore machte.

Besonders amüsant war die Kategorie "Miss Redactrice de Mode", bei der er wohlwollend die Looks bekannter Moderedakteurinnen auf die Schippe nahm. Model Lindsey Wixson kam mit hochgesprayter Haarlocke als Suzy Menkes verkleidet auf den Laufsteg oder Magdalena Jasek mit roter Mähne als Grace Coddington. Am Ende gewann Coco Rocha die Wahl. In Erinnerung an Madonnas legendäres Bühnenoutfit trug sie ein fleischfarbenes Korsettkleid mit kegelförmigem Spitz-BH.

foto: ap/brinon
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foto: apa/epa/valat

Thierry Mugler oder Mode für perfekte Figuren

Mugler hat mit David Koma endlich einen Nachfolger für Nicolas Formichetti gefunden. Und mit der 22-jährigen Georgia May Jagger nun auch ein neues Gesicht für seinen Parfüm-Verkaufsschlager Angel. Mick Jaggers Tochter tritt damit nicht nur in die Fußstapfen von Eva Mendez und Naomie Watts, sondern auch in die ihrer eigenen Mutter Jerry Hall, die vor 19 Jahren Werbung für den Duft machte. Jagger ist der mit Abstand jüngste Mugler-Engel und steht damit für die neue, verjüngte Signatur des Hauses. Koma zeigte dementsprechend eine Kollektion für die man besser den Körper einer 20-Jährigen hat.

Hautenge Bodies, knappe Minikleider und sexy Cut-Outs verzeihen kein Gramm zu viel. Monochrome Looks in Schwarz und Weiß und sportliche, körperbetonte Silhouetten dominierten die Show. Als roter Faden zogen sich biegsame Metallketten durch die Kollektion, die mal als Träger, mal als dekoratives Element an Kleider und Röcke genäht waren.

foto: ap/mori
foto: apa/epa/valat
foto: ap/mori

Maison Martin Margiela oder Upcycling 2.0

"Go through your wardrobe, make do and mend". Die Maison Martin Margiela hatte sich für die neue Kollektion diesen Satz aus den 40er-Jahren zum Credo genommen. Was so viel heißen will wie: aus alt mach neu.

Nadelstreifenanzüge finden also ein neues Leben in einem aufgeschlitzten langen Rock, Seidentücher werden zu Bustiers umfunktioniert, eingelaufene Strickpullover als bauchfreie Tops getragen. Wiederkehrendes Element der Kollektion waren Bänder und Gürtel, mit denen die asymmetrisch geschnittenen Wickelröcke in der Taille zusammengebunden waren.

foto: ap/brinon
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foto: apa/epa/laurent

>> Bericht über die Schauen von Chanel, Isabel Marant, Saint Laurent und Kenzo

(Estelle Marandon, derStandard.at, 1.10.2014)

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