305 Exoplaneten sollen einen Namen erhalten

1. Oktober 2014, 12:04
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IAU ruft astronomisch interessierte Organisationen auf, Vorschläge einzureichen - öffentliche Abstimmung im nächsten Jahr

Heidelberg - "55 Cnc f", "HD 189733 b", "OGLE-05-390L b", "PSR 1257+12 c" ... wirklich leicht geht so etwas nicht von der Zunge. Erst recht nicht verglichen mit "Alderaan", "Pandora" (genau genommen ein Exomond), "Magrathea" und all den anderen klangvollen Beispielen fiktiver Welten aus der Popkultur. Bislang haben die bereits über 1.000 entdeckten real existierenden Planeten außerhalb unseres Sonnensystems nur Katalognummern erhalten, keine Namen. Das will die Internationale Astronomische Union (IAU) nun ändern.

Wie die Astronomische Gesellschaft in Heidelberg berichtet, fordert die IAU interessierte Organisationen - Planetarien, Science-Center, Volkssternwarten und Vereine von Amateurastronomen ebenso wie Schulen mit astronomischem Interesse - dazu auf, sich im neu geschaffenen IAU-Organisationsverzeichnis zu registrieren. Wer sich bis zum 31. Dezember 2014 auf dem Webportal eingetragen hat, erhält die Möglichkeit, Namen für Exoplaneten vorzuschlagen.

Der weitere Fahrplan

Insgesamt 305 Exoplaneten aus 260 verschiedenen Sternsystemen sollen richtige Namen erhalten, hier die Liste der ausgesuchten Planeten. Im kommenden Jänner können die registrierten Organisationen darüber abstimmen, für welche 20 bis 30 Exoplaneten aus der Liste sie Namensvorschläge einreichen möchten. Die tatsächliche Anzahl wird sich danach richten, wie viele Gruppen sich angemeldet haben.

Ab Februar können sie Namensvorschläge für die betreffenden Exoplaneten und deren Sterne einreichen. Die Vorschläge müssen allerdings mit den Namenskonventionen der IAU konform gehen. Von April 2015 an erhält dann die allgemeine Öffentlichkeit die Möglichkeit, über die vorgeschlagenen Namen abzustimmen.

Nach einer IAU-internen Abstimmung der Arbeitsgruppe Öffentliche Benennung von Planeten und Planetenmonden werden die Namen der Exoplaneten dann endgültig festgelegt. Die Ergebnisse werden in einer besonderen öffentlichen Veranstaltung während der IAU-Generalversammlung vom 3. bis 14. August 2015 in Honolulu verkündet werden. (red, derStandard.at, 1. 10. 2014)

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