Pannenserie bei Secret Service setzt sich fort 

1. Oktober 2014, 10:38
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Erneut ist ein eklatanter Schnitzer des US-Präsidentenschutzes bekannt geworden. Diesmal schaffte es ein Bewaffneter, mit Barack Obama im Lift zu fahren

Die Pannenserie des Secret Service reißt nicht ab. Ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, als Julia Pierson, die Direktorin der Behörde, die für den Schutz des US-Präsidenten zuständig ist, bei einer Anhörung in Washington die Fehlleistungen der vergangenen Wochen rechtfertigte, wurde ein neuerlicher Zwischenfall bekannt.

Am 16. September besuchte US-Präsident Barack Obama das Center for Disease Control and Prevention in Atlanta. Dort schaffte es ein Angestellter einer privaten Sicherheitsfirma, gemeinsam mit dem Präsidenten in einen Lift zu gelangen. Dieser Mann war bewaffnet. Das Sicherheitsprotokoll des Secret Service besagt, dass es nur Beamten der Behörde erlaubt ist, Waffen in der unmittelbaren Nähe des Präsidenten zu tragen. Jede Liftfahrt des Präsidenten ist im Normalfall streng geplant. Es ist im Vorfeld klar, wer gemeinsam mit dem Präsidenten in den Lift steigt und wer die Lifte in der Nähe benutzt.

Peinliche Pannenserie

Der jetzt bekannt gewordene Vorfall geschah nur drei Tage bevor ein bewaffneter Mann ins Weiße Haus eindrang. Ebenfalls vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass im Jahr 2011 Schüsse auf das Weiße Haus einige Tage lang nicht bemerkt wurden.

Sicherheitsmitarbeiter entlassen

Der Angestellte der Sicherheitsfirma habe während der Liftfahrt auch Fotos gemacht, schreibt die "New York Times". Üblicherweise gilt rund um den Präsidenten ein Fotoverbot in privaten Momenten. Nachdem der Zwischenfall den Vorgesetzten des Mannes berichtet wurde, folgte seine unverzügliche Entlassung. Erst zu diesem Zeitpunkt wurde bekannt, dass er auch eine Waffe getragen hatte.

Der Sicherheitsmann war auch schon zuvor einige Male verhaftet worden, zuletzt 1996. Allerdings hatte sich aus diesen Verhaftungen nie eine Verurteilung ergeben. Er war seit mehr als zehn Jahren bei der privaten Sicherheitsfirma beschäftigt.

Eine interne Untersuchung, wie es zum Bruch der Sicherheitsbestimmungen kommen konnte, hat bereits begonnen. (red, derStandard.at, 1.10.2014)

  • Der Secret Service kommt nicht aus den Schlagzeilen. Die Behörde, die den Präsidenten schützen soll, steht derzeit massiv in der Kritik.
    foto: ap photo/evan vucci

    Der Secret Service kommt nicht aus den Schlagzeilen. Die Behörde, die den Präsidenten schützen soll, steht derzeit massiv in der Kritik.

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