Polytec kauft Plastics Solutions von Voestalpine

1. Oktober 2014, 08:52
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Closing für Anfang November geplant - Geschäftsbereich erzielte 2013/14 rund 120 Millionen Euro Umsatz und beschäftigte knapp 700 Mitarbeiter

Wien/Linz - Der oberösterreichische Autozulieferer Polytec kauft vom Stahlkonzern Voestalpine den Geschäftsbereich Plastics Solutions. Eine entsprechende Vereinbarung zur Übernahme der Voestalpine Polynorm Van Niftrik und Voestalpine Polynorm Plastics durch die Polytech Netherlands Holding sei unterzeichnet worden, teilten die beiden Unternehmen mit. Das Closing soll voraussichtlich Anfang November erfolgen.

Der Geschäftsbereich Plastics Solution an den beiden niederländischen Standorten Putte und Roosendaal habe im Geschäftsjahr 2013/14 rund 120 Millionen Euro Umsatz erzielt und knapp 700 Mitarbeiter beschäftigt. Erzeugt werden unter anderem Unterbodenverkleidungs-, Akustik- und Exterieur-Bauteile für Nutzfahrzeuge sowie Non-Automotive Produkte.

Der Voestalpine-Konzern trenne sich aus strategischen Gründen von dem Geschäftsbereich Plastics Solutions, der bisher der Metal Forming Division zugeordnet war. "Wir fokussieren uns auf die konsequente Fortsetzung unserer Konzernstrategie und die damit verbundene klare Ausrichtung auf die Kernsegmente und unser Werkstoff-Knowhow" so Voestalpine-Vorstand Herbert Eibensteiner der Pressemitteilung von Mittwoch. "Der Bereich Plastics Solutions gehört damit für uns nicht zu den künftigen strategischen Kernsegmenten."

Polytec könne mit der Voestalpine Plastics Solutions die Marktstellung als führender Hersteller von Compositesbauteilen für die europäische Automobilindustrie weiter ausbauen sowie den Kundenzugang bei wesentlichen Kunden vertiefen, heißt es in der Mitteilung. Nach erfolgter Übernahme produziert die Polytec Group an insgesamt 23 Standorten in 10 Ländern weltweit.

voestalpine installiert neuen Forschungschef

voestalpine hat unterdessen Franz Michael Androsch (52) per Anfang Oktober zum neuen Forschungschef bestellt, geht aus einer Aussendung des Unternehmens von heute, Mittwoch, hervor. Der bisherige Forschungschef Peter Schwab (50) ist in den Konzernvorstand aufgestiegen und nunmehr Chef des Unternehmensbereichs Metal Forming.

Der in den USA geborene Chemiker Androsch ist seit 1984 für die voestalpine tätig und leitete zuletzt die Abteilung Forschung und Entwicklung im Bereich "Qualitätslenkung Kaltband/Veredelung". Im Bereich Konzernforschung verantwortet er fortan ein Forschungsbudget von mehr als 150 Mio. Euro jährlich und ist für weltweit 760 F&E-Mitarbeiter zuständig.

Weiteres Sesselrücken in der ersten Managementebene: Den Bereich Konzernentwicklung übernimmt per 1. Oktober Mathias Farthofer (40) von Michael Eyett. Dieser ist nun als Chief Procurement Officer (CPO) für den neu geschaffenen Bereich Konzerneinkauf verantwortlich. Der in Bermuda geborene britische Staatsbürger studierte Physik in Deutschland und promovierte an der Johannes Kepler Universität Linz. Eyett leitete seit 1999 den Bereich Konzernentwicklung für die voestalpine.

Farthofer war elf Jahre lang im BMW-Konzern in München unter anderem in leitenden Funktionen für die Steuerung der Entwicklungsleistung sowie die langfristige Unternehmensplanung und Budgetierung zuständig und verantwortete seit 2013 in der Steel Division der voestalpine den Bereich Strategie. (APA, 1.10.2014)

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