Erster Ebola-Fall in den USA entdeckt

1. Oktober 2014, 20:43
338 Postings

Patient dürfte sich in Liberia infiziert haben

Dakar/Washington/Freetown - Die Flugroute des ersten Ebola-Patienten in den USA führte offenbar über die Hauptstadt Washington. Die Gesellschaft United Airlines gab am Mittwoch bekannt, der Erkrankte sei auf einem ihrer Flüge in die USA eingereist. Darauf ließen die Angaben der Gesundheitsbehörden schließen, sagte eine Sprecherin. Ein erster Flug habe ihn nach Washington gebracht, ein zweiter dann weiter nach Dallas. Dort liegt der Mann inzwischen auf einer Isolierstation.

Früheren Angaben zufolge legte er nach dem Abflug aus Liberia auch einen Zwischenstopp in Brüssel ein. Die US-Zentren für Seuchenkontrolle (CDC) haben wiederholt betont, für die anderen Flugreisenden bestehe keinerlei Gefahr, da der Patient während der Reise noch nicht ansteckend gewesen sei.

Lage ernst

"Es könnte einen weiteren Fall im direkten Umfeld des Patienten geben", sagte der Leiter der Gesundheitsbehörde von Dallas County, Zachary Thompson, dem lokalen TV-Sender WFAA. Die Lage sei ernst, die Gefahr einer Ansteckung begrenze sich aber auf "Angehörige und enge Freunde".

Die nationale Gesundheitsbehörde konnte den Verdachtsfall zunächst nicht bestätigen. Es werde weiter daran gearbeitet, die Menschen ausfindig zu machen, die mit dem Ebola-Infizierten vor dessen Einweisung ins Krankenhaus Kontakt hatten, sagte CDC-Sprecher Tom Skinner. Diese sollen unter Beobachtung gestellt werden. Drei Sanitäter, die den Erkrankten in das Spital begleitet hatten, wurden nach Angaben der Stadt Dallas negativ auf das Virus getestet.

Nach einer Ansteckung mit Ebola-Viren dauert es bis zum Auftreten von Krankheitszeichen zwischen zwei und 21 Tagen, meist zwischen acht und zehn Tagen. Der Erreger wird durch direkten Kontakt mit Blut und anderen Körperflüssigkeiten übertragen, die Erkrankung setzt meist mit plötzlichem Fieber, ausgeprägtem Schwächegefühl, Kopf- und Muskelschmerzen, Halsentzündung, Bindehautentzündung sowie Übelkeit ein und löst später auch Erbrechen und Durchfall aus.

Mehr als 3.000 Tote

Bisher waren alle Ebola-Patienten in den USA zuvor aus Afrika eingeflogen worden, damit sie von amerikanischen Spezialisten behandelt werden konnten.

Liberia ist das von der jüngsten Ebola-Epidemie am stärksten betroffene Land. Auch in Guinea und Sierra Leone grassiert die Seuche. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt die Zahl der Toten mit 3.091 bei insgesamt mehr als 6.500 Erkrankten an.

Den US-Behörden zufolge könnte die Zahl der Fälle im kommenden Jahr auf bis zu 1,4 Millionen steigen, sollte die Staatengemeinschaft nicht mit Nachdruck gegen die Seuche vorgehen. Auch Weltbank-Präsident Jim Yong Kim schlug Alarm. "Wenn wir Ebola jetzt nicht stoppen, wird sich die Infektion auf andere Länder und sogar Kontinente ausweiten", sagte Kim in Washington. (APA, 1.10.2014)

Share if you care.