Verkehrskommissar Sefcovic will einheitlichen EU-Luftraum

30. September 2014, 20:44
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Slowake sieht Verluste in Höhe von fünf Milliarden Euro jährlich

Brüssel - "Sehr frustriert" ist der künftige EU-Verkehrskommissar Maros Sefcovic über die Widerstände von europäischen Staaten für einen einheitlichen Luftraum. "In den USA gibt es einen einzigen Luftraum, den sollten wir auch haben. Jetzt haben wir neun, die sollten eigentlich alle eingerichtet sein, aber noch ist nichts passiert", so Sefcovic im Rahmen der Anhörung im EU-Parlament am Dienstag in Brüssel.

Er habe keine rationale Erklärung dafür. "Wir verlieren fünf Milliarden Euro im Jahr". Bei einem einheitlichen Luftraum "können die Flugzeuge mit geringeren Abständen fliegen. Damit kann der Luftraum effizienter genutzt werden, das spart Zeit".

Zurückhaltend äußerte sich Sefcovic über eine Änderung der Beihilfenleitlinien für regionale kleinere Flughäfen. Natürlich spielten lokale Flughäfen eine wichtige Rolle für die EU. Es gelte aber auch, in die Nachbarschaft zu blicken. So könne der Flughafen von Istanbul immer mehr Passagiere aufnehmen, in Dubai seien es bald 160 Millionen Passagiere jährlich, während es in London-Heathrow 70 Millionen sind. Deswegen werde es notwendig sein, das Management auf den Flughäfen in der EU zu verbessern. Er glaube, dass die Kapazität um 20 Mio. Passagiere in der EU gesteigert werden könnten, ohne weitere Flugbahnen hinzuzufügen.

Umstrittene Straßenmaut

Sefcovic bezeichnete bei einer Straßenmaut für Pkw ein streckengebundenes System als fairer bezeichnet als ein zeitgestütztes System. Angesprochen auf die deutschen Mautpläne gab Sefcovic bei der Anhörung im EU-Parlament am Dienstagabend zu bedenken, dass "das Prinzip der Nichtdiskriminierung im Vertrag steht. Das ist ein echtes Anliegen".

Er werde alles daran setzen, dieses Prinzip zu wahren. Generell sehe er das Problem heute in der Wartung für Hochgeschwindigkeitsstrecken. Europa sei sehr gut darin, Infrastrukturen aufzubauen, aber nicht gut genug, um diese Infrastruktur zu warten. Dabei sei die Einbeziehung externer Kosten eine wesentliche Debatte. Diese Auswirkungen seien mit einzubeziehen. Gleichzeitig brauche es Finanzquellen, mit denen die Nutzer "gerecht belastet" werden, die die Verkehrsinfrastruktur benutzten. "Das sollte davon abhängen, wie stark der Nutzer die Infrastruktur in Anspruch nimmt".

Die heutige Situation in Europa sei aber derart gelagert, dass man, wenn man mit dem Auto durch Europa fährt, und man hat alle Vignetten bezahlt, man am Schluss nicht mehr durch die Windschutzscheibe durchsieht, weil so viele Vignetten aufgeklebt wurden". Es gehe nun darum, zu klären, wie das System modernisiert werden könnte, so Sefcovic. (APA, 30.9.2014)

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