Raus aus dem Job

1. Oktober 2014, 13:58
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Wer sich für längere Zeit eine Auszeit gönnt und dem Trubel des Arbeitsalltags entfliehen möchte, sollte sich gut vorbereiten

Rund um die Uhr erreichbar sein, mehr Eigenverantwortung übernehmen und mobil sein - mit solchen Anforderungen werden Arbeitnehmer heute zunehmend konfrontiert. Sie sollen nicht nur mehr, sondern auch stets neue Aufgaben erfüllen. Immer mehr Dinge sollen in kürzerer Zeit zu bewältigt werden. Die Folge: Sie führen ein Leben im High-Speed. Und zunehmend verstärkt sich in ihnen das Gefühl: Ich bin nicht mehr "Herr" meiner Zeit. Ich werde zunehmend fremdbestimmt. Doch: Wer nur noch funktioniert, verliert irgendwann die Balance im Leben. Er schlittert fast zwangsläufig in eine Krise – körperlich oder psychisch.

Solche Krisen können wir nur vermeiden, wenn wir uns regelmäßig fragen:

  • Was ist mir in meinem Leben wirklich wichtig?
  • Welche (Lebens-)Ziele möchte ich erreichen?
  • Wie kann ich meine (Lebens-)Ziele erreichen?

Auf diese Fragen findet man in der Alltagshektik meist keine Antwort – vor allem, weil dann die nötige Distanz zum Alltag fehlt.

Dem Trubel entfliehen

Deshalb sollte man sich regelmäßig eine Auszeit gönnen. Diese Auszeiten können vielfältiger Natur sein. Hierbei kann es sich zum Beispiel um einen Kurzurlaub in den Bergen oder ein Verwöhnwochenende in einem Wellness-Hotel handeln. Entscheidend ist es, dem Trubel des Alltags zu entfliehen, um innerlich zur Ruhe zu kommen. Denn nur dann hat man die Muße, um sich mit den wirklich wichtigen Fragen zu befassen.

Eine besondere Form der Auszeit ist das Sabbatical. Eine solche Auszeit über mehrere Monate oder gar ein Jahr empfiehlt sich, wenn wir das Gefühl haben: Ich stecke fest. Auf meinem jetzigen Lebensweg kann ich keine Erfüllung finden. Ich muss einen neuen Weg für mich entwerfen, weil es in mehreren Lebensbereichen zwar noch nicht brennt, aber bereits die ersten Flammen einer künftigen Krise lodern. Dann wäre eine längere Auszeit angebracht, denn in ein, zwei Tagen oder Wochen können keine neuen Lebenskonzepte entworfen werden.

Ausgetretene Pfade verlassen

Auch aus folgendem Grund: Wenn man sich auf einen neuen Lebensweg begibt, muss man auch ausgetretenen (Verhaltens-)Pfade verlassen. Das fällt in der Alltagsumgebung meist schwer. Deshalb verbringen die meisten Menschen ihr Sabbatical nicht zu Hause. Sie begeben sich vielmehr zum Beispiel auf eine Weltumseglung oder ziehen sich in eine Almhütte zurück. Denn sie wissen: Dann finde ich eher die innere Ruhe, in der neue Gedanken in mir aufsteigen, und fern von zu Hause wird mir eher bewusst, was mir wirklich wichtig ist.

Solche Auszeiten sind keine verlorene Zeit. Das zeigt die Erfahrung. Sie wirken sich meist auch positiv auf den beruflichen Erfolg aus. Denn wenn der Lebensweg (wieder-)gefunden wird, kann man voller Energie durchstarten. Denn erst dann kann entsprechend konzentriert und fokussiert ans Werk gegangen werden. Man läuft nicht mehr mit "angezogener Handbremse" durchs Leben.

Klarheit gewinnen vor ausspannen

Doch Vorsicht! Ein Sabbatical ist kein verlängerter Urlaub. Das zentrale Anliegen ist hierbei nicht das Ausspannen, sondern das Sich-neu-Besinnen. Deshalb sollte ein Sabbatical vorbereitet sein. Sie sollten vorab wissen: Worüber möchte ich Klarheit gewinnen? Welches Ziel möchte ich in dem Sabbatical erreichen? Sonst besteht die Gefahr, dass Woche für Woche und Monat für Monat verstreichen. Diese genießen sie zwar, doch nach dem Sabbatical wird wieder dort gestartet, wo man sechs Monate oder ein Jahr zuvor ausgestiegen ist. Dann war die Auszeit kein Sabbatical, sondern nur ein langer Urlaub. (Sabine Prohaska, 1.10.2014)

Sabine Prohaska ist Inhaberin des Trainings- und Beratungsunternehmen seminar consult prohaska, Wien (Tel.: +43/664-3851767; www.seminarconsult.at

  • Raus aus den alten Gewohnheiten und neue Wege beschreiten.
    foto: www.istockphoto.com/enmanvel

    Raus aus den alten Gewohnheiten und neue Wege beschreiten.

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