Oberste Liga: Weinviertels DAC Reserven

Kolumne10. Oktober 2014, 11:33
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Das Herkunftsland Weinviertel präzisiert mit "Reserve"-Weinen seine Qualitätsansprüche - man darf Besonderes erwarten

Seit mehr als zehn Jahren gibt es Weinviertel DAC als regionalen Herkunftswein der Sorte Grüner Veltliner, mittlerweile in zwei Klassen. Die Grundidee, ihm nur Mindestanforderungen mitzugeben und qualitätsmäßig nach oben offen zu lassen, erwies sich nicht als klarste aller Botschaften an die Konsumenten. Deshalb gibt es neben dem etablierten DAC nun auch eine "Reserve", die zuweilen durch kurze oder auch längere Lagennamen präzisiert wird.

Laut Weingesetz heißt "Reserve", was als Wein mindestens 13 Volumenprozent Alkohol hat und nach dem 15. März nach der Ernte zur Prüfnummer eingereicht wird, die das offizielle Kennzeichen für Qualitätswein ist, der obersten Liga österreichischer Weine. In der Winzerpraxis bedeutet dies, dass dem Wein für die Weinwerdung länger Zeit bleibt und diese beispielsweise ohne physikalisch-chemische Beschleuniger durchlaufen wird. Die Betriebszertifizierung, die im Weinviertel für eine Reserve-Bezeichnung zusätzlich vorgeschrieben ist, wurde von manchen Winzern als "bürokratisch" kritisiert, von anderen als "muss ohnehin gemacht werden" hingenommen.

Bei Reserven darf man durchaus Besonderes erwarten - viele Geschmacksnuancen, Dichte und eine ansprechende Entwicklung, wenn sie reifen. Genau dort sind viele dieser Reserve-DAC nach fünf Jahrgängen auch angekommen. (Luzia Schrampf, Rondo, DER STANDARD, 3.10.2014)

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    foto: der standard / christian fischer
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