Inflationsrate in Eurozone auf Fünfjahrestief

30. September 2014, 14:48
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Brüssel - Billigere Energie hat die Inflationsrate in der Eurozone im September auf den niedrigsten Wert seit knapp fünf Jahren gedrückt. Die Verbraucherpreise stiegen nur noch um 0,3 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistikamt Eurostat am Dienstag mitteilte. Einen geringeren Wert gab es zuletzt auf dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise im Oktober 2009, als die Preise sogar leicht gesunken waren. Im Juli und August hatte die Teuerungsrate noch bei jeweils 0,4 Prozent gelegen.

Der erneute Rückgang der Inflation setzte dem Euro zu: Er weitet seine Verluste aus und ist mit 1,2625 Dollar so billig wie zuletzt Anfang September 2012.

Die Kopfschmerzen der Europäischen Zentralbank (EZB) dürften mit den Inflationsraten nicht kleiner werden: Sie spricht nur bei Werten von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen. "Deflation bleibt eine ernste Gefahr", sagte Ökonomin Jennifer McKeown von Capital Economics. Um einen für die Wirtschaft schädlichen Preisverfall auf breiter Front zu verhindern, hatte die EZB ihren Leitzins im September auf ein Rekordtief gesenkt. Außerdem pumpt sie Milliarden an billigem Geld in die Wirtschaft.

Am Donnerstag entscheiden die Währungshüter erneut über die Geldpolitik. Erwartet werden Details zu den geplanten Käufen von Pfandbriefen und gebündelten Kreditpapieren. "Ich glaube nicht, dass der Handlungsdruck auf die EZB durch den nochmaligen Rückgang der Inflation steigt", sagte Nordea-Ökonom Holger Sandte. Der Tiefpunkt bei der Preisentwicklung könne inzwischen erreicht sein. (Reuters, 30.9.2014)

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