Schweden: Rot-grüne Kompromisse bei Regierungsprogramm

30. September 2014, 11:47
4 Postings

Einigung bei Verteidigung und Asyl - Stockholm bekommt umstrittene Umfahrungsautobahn - Schwedendemokraten bleiben ausgegrenzt

Stockholm - Die sich abzeichnende Rot-grüne Regierung in Schweden nimmt weiter Formen an. Nach den Grundzügen einer Schulreform einigten sich die Sozialdemokraten und die Umweltpartei zu Wochenbeginn auf weitere zentrale Themen ihres Programms für die kommende Legislaturperiode.

Zusammengerauft haben sich die beiden künftigen Partner in bisher strittigen Punkten der Verteidigungspolitik und in Asylfragen. Die Umweltpartei hat ihren Widerstand gegen die Anschaffung der Armee von modernisierten, hauseigenen "Gripen"-Kampfjets sowie neuer U-Boote aufgegeben. Dafür schwenkten die Sozialdemokraten bei der geplanten Einführung "humanitärer Visa" für Flüchtlinge auf die Linie ihres geplanten Koalitionspartners ein.

Kompromiss bei Autobahn

Eine weitere Einigung gab es beim bisher von den Grünen blockierten Bau einer Umfahrungsautobahn von Stockholm ("Förbifarten"), die bereits im Wahlkampf ein heißes Thema war. Die Autobahn soll nun wie von der abgewählten Bürgerallianz in die Wege geleitet gebaut, der Baubeginn allerdings um einige Monate verschoben werden um noch offene Finanzierungs- und Umweltfragen zu klären.

Sowohl die Bürgerlichen Parteien als auch die Linken haben zugesichert, Sozialdemokratenchef Stefan Löfven als Ministerpräsidenten und seine geplante Minderheitskoalition bis auf Weiteres zu tolerieren. Das bedeutet, dass den Schwedendemokraten auch weiterhin kaum politischer Spielraum im Parlament bleibt.

Die rechtspopulistische Partei konnte am 14. September starke Gewinne erzielen und stellt nunmehr hinter den Sozialdemokraten und den konservativen "Moderaterna" die drittstärkste Kraft im Reichstag in Stockholm. Schon bisher war die Partei von den übrigen Parlamentsparteien offiziell ausgegrenzt worden. (APA, 30.9.2014)

  • Die Parteisprecher der Grünen Gustav Fridolin (links) und Åsa Romson (Mitte) mit dem designierten sozialdemokratischen Premier Stefan Löfven.
    foto: ap photo/ henrik montgomery

    Die Parteisprecher der Grünen Gustav Fridolin (links) und Åsa Romson (Mitte) mit dem designierten sozialdemokratischen Premier Stefan Löfven.

Share if you care.