Der Verbrauch im Alltagseinsatz und die Kosten des Volvo V60 Plug-in-Hybrid

Userartikel7. Oktober 2014, 11:36
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Was verbraucht der Plug-in-Hybrid in unterschiedlichen Situationen und wie steht es mit den daraus resultierenden Kosten?

Da mein Mann Physiker ist und gern mit Zahlen hantiert, habe ich ihn gebeten, auf Basis unseres Fahrtenbuchs, in dem ich zusätzlich zu den Strecken die Ladungen an unserem Solar-Carport eingetragen habe, sowie des Letztstands an der Dieseltankanzeige Folgendes auszurechnen: unser bisheriges Fahrverhalten, weiters das aufs ganze Jahr hochgerechnete Fahrverhalten heute und in der näheren Zukunft, wenn ich wieder Vollzeit arbeite und entsprechend mehr pendle. Zu diesen Szenarien zusätzlich auch jeweils Fahrleistung, Treibstoff- sowie Stromverbrauch, Kosten und CO2-Verbrauch. Als Höhepunkt auch die Differenzkosten zu einem "normalen" Auto, womit wir dann die Frage beantworten können, ob sich für unser Nutzungsverhalten ein Plug-in-Hybrid auszahlt.

Das bisherige Nutzerverhalten

In den bisherigen knapp drei Wochen haben wir insgesamt 714 km zurückgelegt. Zwei- bis dreimal die Woche pendle ich zur Arbeit nach Wien, wobei ich hin und zurück circa 44 Kilometer zurücklege. Das geht sich rein elektrisch aus und ergibt umgelegt auf Diesel einen Verbrauchswert von ca. 1,6 Liter pro 100 Kilometer. Dazu kommen kleinere Fahrten in die Umgebung (beinahe täglich) und eine Reise ins Mostviertel zu meinen Eltern (244 Kilometer hin und retour)

Das Spannende bei dieser Autobahnfahrt war, wie weit wir hier mit dem vollgeladenen Akku elektrisch kommen. Das Ergebnis bei entspannter Fahrweise mit meist 110–120 km/h war: überraschend weit. Trotz Klimaanlage an diesem für dieses Jahr ungewohnt heißen Spätsommertag reichte die Batterie knapp 50 Kilometer, wobei der Diesel im Hybridmodus immer mal wieder kurz mitfuhr (ich schätze: fünf bis zehn Prozent der Zeit). Das ergibt laut meinem Physikus einen Verbrauchswert von ca. 2,3 Liter Diesel pro 100 Kilometer, wobei der Großteil der Energie rein elektrisch gefahren wird.

Leider haben wir in der weiteren Folge weder auf dem Hinweg noch auf dem Rückweg elektrisch geladen, wodurch wir den Rest wie mit einem normalen Vollhybrid gefahren sind. Dadurch verschlechterte sich der Verbrauch auf ca. 5,5 Liter pro 100 Kilometer für die gesamte Autobahn. Dies war eine Folge unglücklicher Umstände: Bei der Hinfahrt haben wir die Schnellladestation nicht gefunden, und bei den Eltern im Mostviertel saniert der Nachbar derzeit sein Haus, wodurch die Einfahrt so verstellt war, dass wir nicht zur Garage zufahren konnten, um aufzuladen. Auf der Rückfahrt war unsere Tochter schon so müde, dass wir keine Zeit mehr hatten für eine weitere Schnellladung. Daher sollten diese 5,5 Liter auf der Autobahn leicht zu unterbieten sein.

Unser Solar-Carport

Insgesamt haben wir bisher achtmal die Batterie an unserer Solartankstelle vollgeladen, zusätzlich steht die Dieseltankanzeige noch nicht einmal in der Mitte, das heißt, wir haben insgesamt 20 Liter Diesel (großteils während unserer etwas verunglückten Autobahnfahrt) verbraucht. Das ergibt hochgerechnet auf das ganze Monat einen Kombinationswert von 3,3 Liter pro 100 Kilometer und einen CO2-Wert von 68 Gramm pro Kilometer. Im Vergleich zu einem 6-Liter-Auto mit 158 Gramm CO2 pro Kilometer (wieder unser Vergleichsmodell Volvo V60 D5 AWD) ersparen wir uns pro Jahr etwas über 400 Euro.

Noch besser sieht es aus, wenn wir unser zukünftiges Fahrverhalten durchrechnen, sobald ich wieder Vollzeit arbeite und entsprechend mehr pendle. In diesem Zukunftsszenario fahren wir statt 10.000 Kilometer ca. 16.000 Kilometer im Jahr mehr durch die täglichen Zusatzfahrten zur Arbeit. Hier ergibt sich ein verbesserter Wert von 2,7 Liter pro 100 Kilometer und ein CO2-Wert von 53 Gramm pro Kilometer für unseren Kombibetrieb.

Die jährliche Kosteneinsparung erhöht sich hierbei auf 800 Euro. Das ist doch einiges und relativiert den um 4.800 Euro höheren Anschaffungspreis (siehe letzter Blogeintrag) klar. Im obigen Fall einer eher geringeren Nutzung von 10.000 Kilometer pro Jahr steigt man auf die Lebenszeit des Plug-in-Hybrids in etwa pari aus. Im Falle eines höheren Werts von 16.000 Kilometern hätten wir innerhalb von sechs Jahren den höheren Anschaffungspreis wieder eingespart, auf zwölf Jahre gerechnet machen wir sogar ein "Plus" von knapp 5.000 Euro.

Was bleibt unter dem Strich?

Der Plug-in-Hybrid ist in beiden Szenarien gegenüber einem gleichwertigen Auto doch im Vorteil. Kostenmäßig steigt er bei unserem jetzigen Nutzerverhalten gegenüber dem gleichwertigen rein fossil betriebenen Fahrzeug pari aus, bei einem höheren Kilometerbedarf rechnet sich ein Plug-in-Hybrid über die Jahre für unsere Familie doch deutlich. (Barbara Bürbaumer, derStandard.at, 30.9.2014)

Hinweis: Die Autos wurden von den jeweiligen Herstellern für den Testzeitraum zur Verfügung gestellt, der Kooperationspartner Smatrics bietet den Strom für die Elektrofahrzeuge an. Der Beitrag gibt die persönliche Meinung des Users wieder.

  • Am Carport wird der Hybrid mit selbstproduziertem Solarstrom geladen.
    foto: barbara bürbaumer

    Am Carport wird der Hybrid mit selbstproduziertem Solarstrom geladen.

  • On the road mit dem Volvo V60 Plug-in-Hybrid.
    foto: barbara bürbaumer

    On the road mit dem Volvo V60 Plug-in-Hybrid.

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