Tausende protestieren gegen Polizeigewalt in Mexiko

Ansichtssache30. September 2014, 10:37
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Mexiko-Stadt - Der Südwesten von Mexiko kommt nicht zur Ruhe: Mit der Tötung von fünf Menschen im Bundesstaat Guerrero setzte sich die jüngste Welle der Gewalt in der Region fort. Die Männer im Alter zwischen 20 und 25 Jahren seien im Badeort Acapulco erschossen worden, teilte die örtliche Staatsanwaltschaft am Dienstag mit.

Nach einem blutigen Einsatz der Sicherheitskräfte im Südwesten von Mexiko sind tausende Studenten gegen Polizeigewalt auf die Straße gegangen. Sie zogen am Montag durch die Provinzhauptstadt Chilpancingo und forderten Aufklärung über das Schicksal von 57 vermissten Kommilitonen. Seit den Auseinandersetzungen am Wochenende gibt es keine Hinweise auf den Verbleib der jungen Leute.

Die Demonstranten griffen das Regionalparlament des Teilstaats Guerrero an und warfen Steine sowie Brandsätze. Zudem sprühten sie Graffiti an die Wände wie "Massaker von Iguala - Kein Vergessen, keine Vergebung", wie die Zeitung "El Universal" berichtete.

Welle der Gewalt

Bei einer Welle der Gewalt waren am Wochenende sechs Menschen ums Leben gekommen. In der Stadt Iguala erschossen Polizisten zwei Studenten, als diese für eine Protestaktion mehrere Busse in ihre Gewalt bringen wollten. Kurz darauf eröffneten Unbekannte das Feuer auf Busse und Autos und töteten drei Menschen. Zuvor war die Leiche eines jungen Mannes gefunden worden, dem die Haut abgezogen worden war.

Die Polizisten hätten unverhältnismäßige Gewalt angewendet, als sie gegen die Studenten vorgingen, sagte der örtliche Staatsanwalt Iñaky Blanco. "Es gab keine Rechtfertigung dafür, Schusswaffen einzusetzen. Ich gehe davon aus, dass das strafrechtliche Konsequenzen haben wird."

Auch kriminelle Organisationen involviert

22 Polizisten wurden festgenommen und in die Hafenstadt Acapulco gebracht. Die Sicherheitsbehörden befürchteten, Angehörige könnten versuchen, sie zu befreien. Es gebe Hinweise, dass die Polizisten auch in das Verschwinden der 57 Studenten verwickelt seien, sagte Blanco. Für die anderen Angriffe seien möglicherweise kriminelle Organisationen verantwortlich.

In Iguala, rund 185 Kilometer südlich von Mexiko-Stadt, sollen nun bis auf weiteres Bundespolizisten und das Militär für die Sicherheit der 140.000 Einwohner sorgen. Es würden gemeinsame Kontrollposten eingerichtet und Patrouillen eingesetzt, teilte die Regionalregierung mit.

Drogenkriminalität dominiert Guerrero

Guerrero gilt als der gefährlichste Teilstaat Mexikos. Mit 61,59 Morden je 100.000 Einwohnern liegt die von der Drogenkriminalität erschütterte Region, in der sich auch der beliebte Ferienort Acapulco befindet, noch weit vor den Rauschgifthochburgen Sinaloa, Michoacan und Tamaulipas. (APA/dpa, 30.9.2014)

foto: reuters/jorge dan lopez

Studenten halten in Chilpancingo de los Bravo, der Hauptstadt des Bundesstaats Guerrero im südlichen Mexiko, eine Mahnwache für ihre vermissten Kommilitonen ab.

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foto: apa/jose luis de la cruz

Protestierende schlagen die Scheiben des Regierungssitzes von Guerrero ein.

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Puppen von Angel Aguirre, dem Bürgermeister von Guerrero, und von Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto wurden verbrannt.

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