FPÖ Vorarlberg sieht schwarz

Blog29. September 2014, 15:35
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Die Vorarlberger Blauen zeigen sich als schlechte Verlierer

Die Vorarlberger Freiheitlichen sind schlechte Verlierer. Ihr Parteiobmann Dieter Egger will nicht verstehen, warum die Volkspartei nicht wie bisher eine bürgerliche Koalition eingeht. Er verweist auf zwei Drittel der Wählerinnen und Wähler, die VP (41,8 Prozent) oder FPÖ (23,4 Prozent) gewählt hätten. Damit sei der Wählerwille ja wohl klar. Die Volkspartei ist da anderer Meinung und verhandelt seit Montag mit den Grünen, die mit 17 Prozent (plus sieben Prozentpunkte) die Gewinner dieser Wahl sind.

Den Beginn der Koalitionsverhandlungen begleitet die FPÖ mit düsteren Prophezeiungen. Stillstand, Blockade und Belastungen sind vorprogrammiert, warnt Egger. Die Negativfolgen einer Regierung ohne FPÖ laut Egger: Die Arbeitslosigkeit wird steigen, höhere Energie- und Wohnkosten kommen auf die Bevölkerung zu, auf die Wirtschaft Belastungen. Auf der Strecke bleibe die verkehrsgeplagte Bevölkerung.

Schützenhilfe bekommt Egger aus Oberösterreich. Dort sind die Grünen mit Rudi Anschober seit 2013 in der Regierung. Gar nicht zum Vorteil für das Bundesland, wie FPÖ-Landesrat Manfred Haimbuchner meint. Er rät dem Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner, über den Arlberg zu schauen. Anschauen sollte sich Wallner das "überzogene" Konzept Energiezukunft 2030. Hier würden ganz klar grüne standort- und wirtschaftsfeindliche Utopien festgeschrieben. Unrealistisch sei das Konzept und unsinnig. Haimbuchner sieht die Katastrophe dräuen: " Leitbetriebe wie etwa die Voest werden ins Ausland vertrieben, und wichtige Arbeitsplätze gehen verloren."

Nun soll Facebook helfen

Die Vorarlberger Freiheitlichen wollen die drohende Katastrophe via Facebook verhindern. Direkt von Dieter Eggers FB-Seite geht’s zur Gruppe "Wir wollen keine Schwarz Grüne Landesregierung". "Wir möchten Vorarlberg vor einer schwarz-grünen Koalition schützen und sprechen uns gegen eine solche Landesregierung in Vorarlberg aus", ist auf der Seite zu erfahren. "Besorgte Bürger sagen Nein zu Schwarz- Grün. Wenn du ihrer Meinung bist, unterstütze sie. Like", postet der Parteichef. 2945 Usern gefiel das bis Montagvormittag.

Angst vor der Gemeindewahl

Hintergrund des blauen Katzenjammers und der Werbeaktivitäten auf Facebook dürfte die nächste Wahl sein. In wenigen Monaten, im März 2015, wird in Vorarlbergs Gemeinden gewählt, und die Freiheitlichen haben in allen Städten bei der Landtagswahl verloren. Auch in ihrer Hochburg Lustenau, die sie 2010 nach 50 Jahren der Volkspartei überlassen mussten, gewannen sie bei der Landtagswahl nichts dazu. Ein schlechtes Zeichen, denn die Freiheitlichen sind bei Gemeindewahlen wesentlich schwächer als bei Landtagswahlen. 2010 wählten in den 96 Gemeinden 11,3 Prozent die Freiheitlichen. Bei der Landtagswahl im September 2009 waren es 25,1 Prozent. Bürgermeister stellen die Freiheitlichen nur in zwei Gemeinden, in Nenzing (Bezirk Bludenz) und Fußach (Bezirk Bregenz). (Jutta Berger, derStandard.at, 29.9.2014)

  • Dietmar Egger fürchtet eine schwarz-grüne Koalition.
    foto: apa/hochmuth

    Dietmar Egger fürchtet eine schwarz-grüne Koalition.

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