Android: Google verschärft Regeln für Hardwarehersteller

29. September 2014, 12:38
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Wer Play Store will, muss mehr Google-Apps installieren - Chromium Webview und Google Sprachsuche nun ebenfalls vorgeschrieben

Während Google den Kern von Android weiterhin als freie Software entwickelt und veröffentlicht, bedient man sich der darauf basierenden Anwendungen und Services, um die Hardwarehersteller auf Linie zu halten. Wer Play Store, Gmail, Google Maps und Co. ausliefern will, muss dafür einem mittlerweile recht umfangreichem Regelwerk zustimmen.

Nachschärfung

So weit war dies schon einige Zeit bekannt, The Information hat nun aber einen Blick auf aktuelle Verträge zwischen Google und den Hardwareherstellern bekommen, und daran zeigt sich vor allem eines: Google verschärft die Regeln zunehmend. So seien es aktuell bereits zwanzig Google-Apps, die alle Dritthersteller, die sich dem "Mobile Application Distribution Agreement" (MADA) unterwerfen, ausliefern müssen. Vor einigen Jahren war diese Zahl mit neun noch vergleichsweise gering.

Webview

Zu den weiteren relativ neuen Veränderungen am Vertrag gehört, dass die Dritthersteller nun alle das offizielle Chromium Webview verwenden müssen. Das Webview ist dazu da, um Web-Inhalte in Apps zu integrieren. Google will hier offenbar eine einheitliche Plattform für die Entwicklung von Web-Apps sicherstellen. Dazu passend hat das Unternehmen in der Vergangenheit bereits durchblicken lassen, dass das Webview künftig über den Play Store aktuell gehalten werden soll - womit man die Web-Entwicklungs-Plattform auf Android künftig zentral aktualisieren könnte.

Suchen

Dass Google alle möglichen Regeln für die Platzierung der eigenen Apps am Homescreen aufstellt, war schon bisher bekannt. Auch dass als Default-Suchmaschine Google eingestellt sein muss, ist keine neue Information. Allerdings sollen diese Regeln nun auch auf die Sprachsuche ausgedehnt worden zu sein, was etwa Samsungs S-Voice trifft.

Anpassung

Zudem berichtet The Information davon, dass es Drittherstellern nicht erlaubt ist, das Hotword "Ok Google" zu verändern. Gerade dieses Beispiel zeigt aber einmal mehr, dass viele Punkte in diesen Verträgen Verhandlungssache der jeweiligen Hersteller sind. So bietet etwa Motorolas Moto X seit kurzem sehr wohl die Möglichkeit das Hotword anzupassen. Auch variiert die Auswahl der bei einzelnen Herstellern mitgelieferten Google-Apps. (apo, derStandard.at, 29.9.2014)

  • Wer Android samt den Google-Apps anbieten will, muss einer Fülle von Regeln zustimmen.

    Wer Android samt den Google-Apps anbieten will, muss einer Fülle von Regeln zustimmen.

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