Mailänder Scala: Pereira will mehr Privatsponsoren gewinnen

29. September 2014, 11:41
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Intendant will die besten Sänger und Dirigenten nach Mailand zurückbringen

Mailand - Scala-Intendant Alexander Pereira will die Zusammenarbeit mit Privatsponsoren ausbauen, um neue Projekte zu fördern. Dabei will er verstärkt auf ausländische Sponsoren setzen. "Ich werde vier Millionen Euro einbringen. Sehr viele Unternehmen interessieren sich für die Scala", so Pereira im Interview mit der italienischen Tageszeitung "Sole 24 Ore".

Der neue Intendant des Mailänder Opernhauses erklärte, er wolle Stiftungen von Scala-Förderern in den USA und in der Schweiz aufbauen. "Ich will Personen und Unternehmen finden, die mit der Scala zusammenarbeiten wollen. Das ist die Herausforderung, um unserem Theater eine ruhige Zukunft zu garantieren", so Pereira. Man müsse die Sorge überwinden, dass die Unterstützung von Privaten bedeute, das Theater zu verkaufen. "Ich bin wegen meiner Fähigkeit bekannt, Gelder von Privatsponsoren zu finden. In vielen Jahren Arbeit ist es mir nie passiert, dass mich jemand gebeten hat, etwas zu tun, was ich nicht wollte", betonte Pereira, der die vergangenen drei Jahre die Salzburger Festspiele verantwortet hatte.

Sein Ziel sei es, die besten Sänger und Dirigenten an die Scala zurückzubringen, angefangen von Riccardo Muti. "Die Zuschauer werden urteilen, ob ich eine gute Arbeit leiste. Ich hoffe, sie werden meine Leidenschaft für dieses Theater spüren", betonte Pereira.

Verkürztes Mandat keine Hürde für Pereira

Die Tatsache, dass sein Mandat infolge des Skandals um den Kauf von Salzburger Opern auf 15 Monate verkürzt worden sei, sieht Pereira nicht als Hürde. "Laut Statut handle ich als Intendant und als solcher muss ich an die Zukunft des Theaters denken und dabei langfristig planen und nicht auf den Ablauf meines Mandats schauen. Ich muss eine Arbeit starten, die weit in die Zukunft blicken kann", erklärte der Manager.

Die Weltexpo 2015 sei eine große Chance für die Scala. "Wir müssen alle das Beste vor Millionen von Personen leisten, die aus der ganzen Welt nach Mailand kommen", so Pereira. Vieles erhoffe er von der Zusammenarbeit mit dem designierten Musikdirektor Riccardo Chailly. "Ich kenne Chailly seit 30 Jahren, wir haben in der Vergangenheit sehr gut zusammengearbeitet. Er wird an die Scala viel Erfahrung bringen, die er weltweit angesammelt hat, und seine große künstlerische Qualität. Außerdem ist er ein Mailänder. Seine Anwesenheit kompensiert jene eines nicht-italienischen Intendanten", so Pereira. (APA, 29.9.2014)

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