Weltherztag: Wie Wiederbelebung geht

29. September 2014, 09:22
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Die Kampagne "Drück mich" will Erste-Hilfe-Wissen bei medizinischen Laien erhöhen

„Drück Mich!“ Unter diesem Motto rufen PULS, der Verein zur Bekämpfung des plötzlichen Herztodes, und die Arbeitsgemeinschaft für Notfallmedizin (AGN) anlässlich des „Weltherztages“ zur Ersten Hilfe auf. Die neue, überregionale Kampagne zeigt, wie einfach und effizient im Fall einen plötzlichen Herzstillstands noch vor Eintreffen der Rettung geholfen werden kann.

Jeder Zehnte Wiener erleidet im Laufe seines Lebens einen plötzlichen Herzstillstand, nur etwa elf Prozent der Betroffenen überleben. Damit sterben an dieser Todesursache drastisch mehr Menschen als im Straßenverkehr ums Leben kommen. Während in die Verkehrssicherheit – zu Recht - Millionen Euro fließen fristet die Bewusstseinsbildung über effiziente Maßnahmen bei einem Herzstillstand ein Stief-Dasein. Mit der Kampagne „Drück Mich!“ wollen der Verein PULS und die Arbeitsgemeinschaft für Notfallmedizin (AGN) erreichen, dass Österreich „Herzsicher“ wird.

In der Arbeit, beim Sport, auf der Straße

Erkrankungen des Herz- Kreislaufsystems sind in der industrialisierten westlichen Welt die häufigste Todesursache. Etwa ein Drittel der Fälle ist auf einen plötzlichen, Herzstillstand zurückzuführen. Statistisch gesehen ist etwa jeder zehnte Österreicher in seinem Leben direkt davon betroffen. Treffen kann es jeden, jederzeit – zu Hause, in der Arbeit, am Sportplatz, auf der Straße.

Trotz des gut ausgebauten Rettungs- und Notarztdienstes vergehen in Österreich häufig entscheidende Minuten, bis professionelle Hilfe eintrifft. Das führt dazu, das derzeit nur etwa elf Prozent der Betroffenen einen plötzlichen Herzstillstand überleben.

Viele dieser Todesfälle könnten aber durch rasches Eingreifen von Ersthelfern verhindert werden. Deshalb starten PULS, der Verein zur Bekämpfung des plötzlichen Herztodes, und die Arbeitsgemeinschaft für Notfallmedizin (AGN) zum Weltherztag am 29. September die Initiative „Drück Mich!“

Bis die Rettung kommt

„Bei einem Herzstillstand zählt jede Minute. Schon durch wenige Handgriffe können Zeugen von lebensbedrohlichen Zwischenfällen effizient Hilfe leisten und so die Überlebenswahrscheinlichkeit von derzeit nur etwa elf Prozent auf über 70 Prozent erhöhen. Doch nur wenige trauen sich auch einzugreifen“, so der geschäftsführende Präsident von PULS, Mario Krammel.

Ziel der Initiative „Drück Mich!“ ist es, in der Bevölkerung das Selbstvertrauen und die Bereitschaft für beherztes Handeln im Falle eines plötzlichen Herzstillstandes zu fördern und damit die Zahl der Überlebenden deutlich zu erhöhen. Auf ganz Österreich hochgerechnet, könnten 1.000 Leben pro Jahr zusätzlich gerettet werden. „Man kann bei der Herzdruckmassage und mit einem Defi nichts falsch machen. Nur Nichtstun ist falsch! Zentrale Botschaft der Kampagne ist, dass im Fall eines plötzlichen Herzstillstandes
einfach und schnell geholfen werden kann:

„Drück Mich!“

  • Rufen: Notruf 144
  • Drücken: Legen Sie Ihre Hände übereinander und drücken Sie kräftig und schnell
    in die Mitte des Brustkorbs: mindestens 100 mal pro Minute.
  • Schocken: Falls ein Defibrillator vorhanden ist, schalten Sie diesen ein und
    befolgen Sie die Anweisungen. (red,derStandard.at, 29.9.2014)

Was der Defi macht

Durch die Herzdruckmassage wird Blut durch den Körper gepumpt, so wird das Gehirn mit lebenswichtigem Sauerstoff versorgt. Ein schlagendes Herz kann damit niemals außer Takt gebracht werden, ein Zuviel an Herzdruckmassage ist also unmöglich.

Der Defi führt mittels Sprachanweisungen durch die Anwendung und stellt selbständig fest, wann ein Elektroimpuls notwendig ist. Dazu müssen lediglich zwei Elektroden auf den entblößten Brustkorb des Patienten aufgeklebt werden. Durch den Stromimpuls eines Defis besteht die Möglichkeit, das Herz wieder in den richtigen Rhythmus und somit zum Schlagen zu bringen. Wenn Sie keinen Defibrillator zur Verfügung haben, führen Sie in jedem Fall die Herzdruckmassage ohne Unterbrechungen fort, bis die Rettung eintrifft.

  • Herzdruckmassage bis die Rettung eintrifft kann jeder machen - zu viele  haben Scheu davor.
    foto: dapd

    Herzdruckmassage bis die Rettung eintrifft kann jeder machen - zu viele haben Scheu davor.

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