Demonstranten blockieren Hongkongs Finanzbezirk

Video29. September 2014, 10:41
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Trotz massiven Polizeieinsatzes weiteten sich die Proteste aus - Blockaden lösen Verkehrschaos aus - Sonderpolizei abgezogen

Hongkong - Die prodemokratischen Demonstranten in Hongkong haben am Montag ihre Blockade des Finanzbezirks fortgesetzt. Offenbar um die Situation zu beruhigen, kündigte die Polizei an, ihre speziell gegen Unruhen ausgerüsteten Einsatzkräfte von den Straßen zurückzuziehen. Als Grund wurde angegeben, dass sich die Demonstranten weitgehend ruhig verhielten.

Die Aktivisten fordern mehr Demokratie in der chinesischen Sonderverwaltungsregion. Tausende blockierten die Hauptverkehrsstraßen nicht nur im Bankenviertel in Central auf der Insel Hongkong, sondern auch auf der zum Gebiet Hongkong gehörenden gegenüber liegenden Halbinsel Kowloon.

Regierungschef: Keine Soldaten zu Hilfe gerufen

In einer Fernsehansprache rief Regierungschef Leung Chun-ying die sieben Millionen Hongkonger zu Ruhe und Ordnung auf. Er dementierte Gerüchte, dass seine Regierung die chinesische Volksbefreiungsarmee um Hilfe gebeten habe. Die Demonstranten forderte Leung auf, nach Hause zu gehen. "Wir wollen kein Chaos in Hongkong."

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Der Polizeichef nennt indes die Demonstrationen "nicht rechtmäßig".

Über Nacht war die Polizei teilweise gewaltsam mit Tränengas, Schlagstöcken und Pfefferspray gegen Demonstranten vorgegangen, ohne die Massen auflösen zu können. 38 Menschen wurden verletzt. Nach den stundenlangen Zusammenstößen wurde die Polizeipräsenz am Morgen zurückgefahren, statt Bereitschaftspolizisten kamen Sicherheitsbeamte in normaler Alltagsuniform zum Einsatz. Im geschäftigen Einkaufsbezirk Causeway Bay war stellenweise überhaupt keine Polizei mehr sichtbar.

Verkehrschaos in Hafenstadt

Die Massenproteste lösten zum Beginn der Arbeitswoche dennoch ein Verkehrschaos aus. Zudem blieben Schulen, Geschäfte und Banken in mehreren Stadtteilen geschlossen, zahlreiche Verbindungen des öffentlichen Nahverkehrs waren lahmgelegt. Demonstranten blockierten wichtigen Kreuzungen und Hauptstraßen in der Millionenstadt. Betroffen waren insbesondere die dicht bevölkerten Stadtteile Mongkok und Kowloon.

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Luftaufnahmen zeigen das beeindruckende Ausmaß der Demonstrationen.

Am Sonntagmorgen hatte sich die Protestbewegung "Occupy Central" einem seit Tagen währenden Studentenstreik angeschlossen und eine neue Kampagne für mehr Demokratie gestartet. An einer Kundgebung am Samstagabend hatten mehr als 10.000 Menschen teilgenommen - die Organisatoren sprachen sogar von 60.000 Teilnehmern. Es kam zu dutzenden Festnahmen.

China: "Illegale Bewegung"

Das chinesische Außenministerium in Peking sagte, die Regierung akzeptiere keine "ausländischen Mächte, die illegale Bewegungen wie Occupy Central unterstützen."

Die ehemalige britische Kronkolonie Hongkong, 1997 an China zurückgegeben, wird heute als eigenes Territorium autonom regiert. Gemäß dem Prinzip "Ein Land - zwei Systeme" werden Bürgerrechte wie Presse- und Versammlungsfreiheit gewährt, die auf dem chinesischen Festland stark eingeschränkt sind. 2017 sollen die Bewohner zwar erstmals direkt einen Verwaltungschef wählen können, doch zum Ärger der Demonstranten will die Zentralregierung in Peking ihr genehme Kandidaten im Voraus auswählen. (APA, 29.9.2014)

  • Tausende Demonstranten blockieren eine Hauptstraße der Hafenstadt.
    foto: ap photo/vincent yu

    Tausende Demonstranten blockieren eine Hauptstraße der Hafenstadt.

  • Die Staatsmacht setzt auf Präsenz.
    foto: reuters/carlos barria

    Die Staatsmacht setzt auf Präsenz.

  • Die Polizei setzte Tränengas ein.
    foto: ap photo/wally santana

    Die Polizei setzte Tränengas ein.

  • Martialische Bilder aus der Finanzmetropole.
    foto: reuters/barria

    Martialische Bilder aus der Finanzmetropole.

  • Demonstranten harren weiter auf der Straße aus.

    Demonstranten harren weiter auf der Straße aus.

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