Späte Gerechtigkeit für den Meister

28. September 2014, 18:44
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Red Bull Salzburg ist im Wiener Prater viel besser als Rapid gewesen - und siegte durch Tore von Bruno und Alan 2:1

Wien – 25.300 Menschen nutzten den ersten und sonnigen Herbstsonntag zu einem Besuch des Happel-Stadions, gezeigt wurde Rapid gegen Red Bull Salzburg. Mehr hat der österreichische Vereinsfußball momentan nicht zu bieten, Wolfsberg selbstverständlich ausgenommen. Sie sahen ein verdientes 2:1 für die Gäste.

Adi Hütter hatte gleich acht Verletzte und einen Gesperrten (Martin Hinteregger) zu beklagen, Salzburgs Trainer musste speziell in der Defensive improvisieren. Benno Schmitz (links) und Valentino Lazaro (rechts) besetzten die Außenpositionen in der Viererkette, mit nur drei Abwehrspielern wollte es Hütter nicht riskieren. Nicht aus Feigheit, sondern aus Respekt vor Rapid. Der acht Millionen Euro teure Belgier Massimo Bruno fand trotzdem keinen Platz in der Startformation, die Personaldecke in Salzburg ist für hiesige Verhältnisse eine Personaltuchent. Rapids komplette Ersatzbank (sieben Personen) wäre billiger zu haben gewesen.

Die Salzburger, die sich mit einen 12:1 im Cup gegen den Sportklub aus der Depression geholt haben, setzten die Akzente, spielten schneller, pressten, schalteten nach Belieben um. Lazaros Sturmlauf endete im Tor-Out (7.), Stefan Ilsankers Kopfball (8.) wurde eine Beute von Goalie Jan Novota. Rapid bemühte sich, offensiv zu sein, Chancen wurde keine kreiert, oft misslang schon der vorletzte Pass.

Salzburgs Regisseur Kevin Kampl schickte erst Jonatan Soriano (24.) und dann Christoph Leitgeb (27.) auf die Reise, angekommen sind allerdings beide nicht. Rapids Kapitän Steffen Hofmann hatte sinngemäß erklärt, Salzburg besitze zwar die besseren Einzelspieler, aber die schlechtere Mannschaft. Der zweite Teil dieser Aussage traf nicht zu.

Marcel Sabitzer, der Ex-Rapidler, wurde bei jeder Ballberührung ausgepfiffen und bisweilen mit Gesängen geschmäht. Der Fußball ist manchmal schlicht. Sabitzer hatte eine hervorragende Szene, Novota klärte (42.). Auch nach der Pause änderte sich an der Charakteristik wenig, Salzburg blieb besser, traf kurz vor Schluss zweimal. Zunächst der eingewechselte Bruno (erste Ballberührung, 84.), dann Alan (89.). Philipp Prosenik verschönerte (93.).

Zum Saisonauftakt hatte Rapid noch mit 1:6 verloren. Für Trainer Zoran Barisic war das der Beginn eines Lernprozesses. Die Mannschaft lieferte den Beweis, dass trotz einiger Fortschritte dieser nicht abgeschlossen ist. (Christian Hackl - DER STANDARD, 28.9. 2014)

tipico-Bundesliga (10. Runde):

Rapid Wien - Red Bull Salzburg 1:2 (0:0). Wien, Ernst-Happel-Stadion, 25.300, SR Eisner.

Tore: 0:1 (84.) Bruno, 0:2 (89.) Alan, 1:2 (93.) Prosenik

Rapid: Novota - Pavelic, Sonnleitner, Dibon, Stangl - Schwab, Wydra - Schaub, S. Hofmann (66. Petsos), F. Kainz (73. Schobesberger) - Beric (84. Prosenik)

Salzburg: Gulacsi - Lazaro, Ilsanker, Ramalho, Schmitz - Kampl, Keita, Ch. Leitgeb, Sabitzer (84. Bruno) - Alan (92. Laimer), Soriano (77. Quaschner)

Gelbe Karten: Wydra, Schwab bzw. Ramalho, Ilsanker

  • Und dann kam Bruno ...
    foto: apa/punz

    Und dann kam Bruno ...

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