Boykottaufruf: Oberlandesgericht wies Fellners Klage gegen "Kurier" ab

28. September 2014, 17:44
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Brandstätter bezeichnete Fellner als "Söldner des Informationshandels" - Oberlandesgericht Wien weist Klage ab

Wien - In der langen Reihe der gerichtlichen Auseinandersetzungen zwischen dem "Kurier" und "Österreich" feiert Helmut Brandstätter einen Etappensieg gegen Wolfgang Fellner. Das Oberlandesgericht Wien hat laut "Kurier" Fellners Klage gegen Brandstätter in zweiter Instanz abgewiesen, nachdem das Erstgericht Fellner Recht gegeben hatte. "Österreich" bleibt noch eine außerordentliche Revision an das Höchstgericht.

Inserate-Stopp

Anlass für die Klage war ein Kommentar Helmut Brandstätters, indem er auf Fellner gemünzt von einem "Söldner des Informationshandels" schrieb und Sponsoren des Österreichischen Fußballbundes (ÖFB) aufforderte, nicht mehr in "Österreich" zu inserieren, weil: "Geldentzug ist die einzige Sprache, die man dort versteht." "Österreich" sah einen Boykottaufruf und klagte den "Kurier".

Der Grund für Brandstätters Kommentar war die Kampagne gegen Teamchef Marcel Koller vor dessen Vertragsverlängerung im Speziellen und die Berichterstattung über das Nationalteam im Allgemeinen. So wurde Koller etwa als "Verräter' bezeichnet, den man als 'Packerl an die Schweizer schicken soll". Dieser Kommentar brachte Fellner auch eine Rüge des Presserates ein.

Offener Brief

Die Spieler des Fußball-Nationalteams protestierten daraufhin in einem Offenen Brief an "Österreich" gegen die dortige Berichterstattung. Es hieß: "Das Maß ist voll: Die Fülle an schlecht bis gar nicht recherchierten Artikeln in der Tageszeitung 'Österreich', die häufig als 'Exklusiv-Interviews' bezeichneten Berichte, für die niemand von uns jemals interviewt worden ist, die reißerischen Texte, die nicht selten in Beleidigungen gipfeln, wollen wir nicht mehr unkommentiert hinnehmen."

Laut "Kurier" steht in der Urteilsbegründung, dass es eine "Tatsache" sei, dass "Österreich" Interviews erfinde. (red, derStandard.at, 28.9.2014)

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