Länder gegen Heeres-Sparpläne

28. September 2014, 16:50
44 Postings

Tirol will Kaserne erhalten, Burgenland die Militärmusik

Wien - Die kolportierten Sparpläne beim Bundesheer sorgen vor allem auch in den Bundesländern für Aufregung. Tirols Landeshauptmann Günther Platter wehrt sich gegen ein mögliches Aus von Bundesheerkasernen in seinem Bundesland. Für Tirol sei es "unerlässlich, dass der Katastrophenschutz in bewährter Form funktioniert und die militärische Infrastruktur dafür vorhanden ist". Platter will sich dafür einsetzen, dass sich "keine gefährliche Lücke bei der Bewältigung von Katastrophenereignissen auftut".

In Tirol sollen gleich zwei Kasernen geschlossen werden, die Frundsberg-Kaserne in Vomp und die Pontlatz-Kaserne in Landeck. In Salzburg wurde die Strucker-Kaserne in Tamsweg genannt, in der Steiermark könnte die Hadik-Kaserne in Fehring geschlossen werden, in Niederösterreich die Radetzky-Kaserne in Horn.

Im Burgenland wiederum stößt die angedachte Auflassung der Militärmusiken auf Widerstand. Burgenlands Landeshauptmannstellvertreter Franz Steindl (ÖVP) stellt aus seiner Sicht dazu klar: "Eine Auflassung der Militärmusikkapelle Burgenland kommt für mich nicht infrage. Gerade der gesellschaftliche Aspekt als auch Gründe der Musikausbildung vieler Burgenländer sprechen dagegen."

Zu Wort meldete sich auch Bundespräsident Heinz Fischer, er mahnte für die anstehende Reform "besondere Sorgfalt" ein. Den Angehörigen des Bundesheeres attestierte der Oberbefehlshaber, dass eine erfolgreiche Arbeit immer schwieriger werde, wenn der finanzielle Spielraum immer enger werde.

Wie der STANDARD bereits am Freitag berichtete, kursieren im Ministerium auch Pläne, das der Militärakademie vorgelagerte Militärrealgymnasium aufzulösen.

Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) wollte sich am Wochenende nicht zu den kolportierten Sparplänen äußern, er verweis auf den kommenden Freitag: Da werde er mit den Militärkommandanten zusammenkommen, im Anschluss soll das Sparkonzept, das offenbar schon seit Wochen fertig ist, präsentiert werden. (APA/red, DER STANDARD, 29.9.2014))

Share if you care.