Weltrekord in Berlin: Kimetto läuft 2:02:57

28. September 2014, 16:03
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30-Jähriger verbessert bisherige Bestmarke um 26 Sekunden. Dass das in Berlin gelingt, ist kein Zufall

Berlin/Wien - Und wieder hat Berlin, eigentlich bekannt durch die Luft, den Ruf unter Beweis gestellt, über die perfekte Marathonstrecke zu verfügen. Auf dem schnellsten Pflaster der Welt blieb Dennis Kimetto als erster Mensch unter 2:03 Stunden. Innert 2:02:57 Stunden lief der 30-jährige Kenianer am Sonntag über die 42,195 Kilometer quasi in eine neue Dimension. 26 Sekunden war Kimetto schneller als sein Landsmann Wilson Kipsang (2:03:23) im Vorjahr an gleicher Stätte.

"Es ist ein großer Tag für mich. Ich freue mich sehr", sagte Kimetto, der insgesamt 120.000 Euro an Prämien kassierte: 50.000 für den Weltrekord, 40.000 für den Sieg und 30.000 Euro als Bonus für eine Zeit unter 2:04 Stunden. Seine persönliche Bestzeit, im Vorjahr in Chicago gelaufen, verbesserte Kimetto immerhin um 48 Sekunden.

Für den Mann aus Eldoret in Westkenia ist Berlin überhaupt ein guter Boden. 2012 war er schon Zweiter geworden und hat in diesem Jahr auch den dortigen Halbmarathon gewonnen sowie einen 25-km-Weltrekord aufgestellt. Diesmal lief er einen sogenannten Negativ-Split, denn auf der zweiten Rennhälfte war er um 30 Sekunden schneller als bis zur Halbmarathon-Marke. "Ich fühlte mich sehr gut im Rennen und wusste, dass ich es schaffen kann. Das ist ein neues Kapitel."

Berlin als Weltrekordgarant

Es war bereits der fünfte Weltrekord in Berlin seit 2007 und bei der 41. Auflage des Traditionslaufs der zehnte insgesamt. Auch der zweitplatzierte Emmanuel Mutai blieb in 2:03:13 noch deutlich unter der alten Bestmarke. Bei den Frauen gewann die Äthiopierin Tirfi Tsegaye in 2:20:18 Stunden, verfehlte aber den Streckenrekord der Japanerin Mizuki Noguchi (2:19:12) von 2005.

Pünktlich um 8.45 Uhr hatte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit die etwa 40.000 Läufer auf die Strecke geschickt. Bei gutem Wetter mit Temperaturen um acht Grad Celsius waren dabei auch erstmals drei Läufer mit einer Bestzeit von unter 2:05 Stunden am Start.

Und die Spitzengruppe um die Kenianer Kimetto, Mutai sowie den Äthiopier Tsegaye Kebede legte gleich ein hohes Tempo vor. Nach zehn Kilometern lagen sie in einer Zeit von 29:23 Minuten sieben Sekunden über der Zwischenzeit des Vorjahresweltrekords.

Steigerungsrennen

Der zweimalige London-Sieger Kebede musste allerdings bereits vor Kilometer 20 etwas überraschend abreißen lassen. Bei Halbzeit lagen die Topläufer in 1:01:45 immer noch elf Sekunden über dem Weltrekord. Doch die Spitzengruppe wurde immer schneller. Bei Kilometer 30 lag sie bereits 24 Sekunden unter dem alten Richtwert.

Kurz vor Kilometer 34 setzten sich dann die favorisierten Kimetto und Mutai von ihrem letzten Verfolger Geoffrey Kamworor ab. Anschließend attackierten sich die beiden Landsmänner gegenseitig, bei Kilometer 38 setzte sich Kimetto vorentscheidend ab. "Und dann bin ich einfach nur gelaufen, hatte das Gefühl, immer schneller zu werden. Meine Beine funktionierten perfekt."

Mutai war 2011 in Boston 2:03:02 gerannt, aber wegen des Streckenprofils in der US-Metropole wurde die Zeit nicht als Rekord anerkannt. Der Kenianer Paul Tergat war 2003 als Erster unter 2:05 geblieben, der Äthiopier Haile Gebrselassie 2008 als Erster unter 2:04. Jeweils in Berlin. Kimetto ist übrigens überzeugt, "dass es noch weitere Kapitel geben wird". (red; sid, DER STANDARD, 29.9.2014)

Ergebnisse vom 41. Berlin-Marathon der Leichtathleten:

Männer: 1. Dennis Kimetto (KEN) 2:02:57 Stunden (Weltrekord, bisher Wilson Kipsang/KEN 2:03:23 - Berlin 2013) - 2. Emmanuel Kipchirchir Mutai (KEN) 2:03:13 - 3. Abera Kuma (ETH) 2:05:56 - 4. Geoffrey Kipsang Kamworor 2:06:39 - 5. Eliud Kiptanui 2:07:28 - 6. Franklin Chepkwony (alle KEN) 2:07:35

Frauen: 1. Tirfi Tsegaye Beyene (ETH) 2:20:18 - 2. Feyse Tadese (ETH) 2:20:27 - 3. Shalane Flanagan (USA) 2:21:14

  • Kimetto verewigt sich in Berlin.
    foto: ap/schreiber

    Kimetto verewigt sich in Berlin.

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