Konsumentenschützer: iPhone 6 verbiegt gar nicht so leicht

28. September 2014, 12:07
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Apples neue Geräte schnitten in Tests schlechter als Konkurrenz ab

Was ist dran am sogenannten "Bendgate"? Kurz nach der Veröffentlichung von iPhone 6 und iPhone 6 Plus machten zahlreiche Horrorgeschichten von verbogenen und kaputten iPhones die Runde. Schon das normale Tragen in der Hosentasche solle ausreichen, um Apples neue Smartphone-Modelle zu zerstören, so Nutzer.

Nur wenig Beschwerden

Alles übertrieben, so Apple in einer offiziellen Stellungnahme: Lediglich neun Kunden hätten sich direkt beim IT-Konzern beschwert, die Belastbarkeit des iPhone 6 sei im normalen Bereich. Und tatsächlich gab es dann auch schnell Geschichten von verbogener Android-Konkurrenz, der Marketing- und Fan-Krieg nahm an Fahrt auf.

Unabhängige Überprüfung

US-Konsumentenschützer wollen nun mit unabhängigen Tests Klarheit in die Sache bringen. Mitarbeiter des "Consumer Reports" haben daher die Belastbarkeit mehrerer Smartphone-Modelle unter die Lupe genommen. Sie nutzten den sogenannten "Three-Point-Flexural"-Test: Dazu wird das Gerät an zwei Punkten fixiert, während an einem dritten eine belastende Kraft angewandt wird. Diese Versuchsanordnung wird auch von den Herstellern selbst benutzt, Apple hat so das iPhone 6 vor der Marktreife überprüft.

Samsung-Gerät ist top-belastbar

Das Ergebnis der Konsumentenschützer: Ja, das iPhone 6 ist nicht so stabil wie sein Vorgänger und Modelle von Samsung - allerdings reicht die Belastbarkeit bei normaler Nutzung locker aus. Die Resultate im Detail: Am schlechtesten schnitten HTC One (M8) und das kleinere iPhone 6-Modell ab, beide verformen sich ab einer Belastung von 70 Pfund (ca. 30 Kilogramm). Dann folgt das iPhone 6 Plus (rund 40 Kg). Schließlich gibt es einen starken Anstieg an "Flexibilität" bei LG 3 und iPhone 5 (rund 60 kg), am stabilsten ist das Samsung Galaxy Note 3 (70 kg).

Ausreichender Schutz

Insgesamt zeigten sich die Konsumentenschützer aber zufrieden mit allen Resultaten: Die meisten Geräte funktionierten auch nach dem Verbiegen noch gut, heißt es im Test. Außerdem seien auch die letztplatzierten Geräte, iPhone 6 und HTC One, bei "typischer Nutzung" langlebig, so Tester Glenn Derene gegenüber TheVerge. Berichte von massenweise verbogenen Smartphones sollten also mit Vorsicht betrachtet werden. (fsc, derStandard.at, 28.9.2014)

  • Mit einer "Instron"-Maschine wurden mehrere Geräte auf ihre Belastbarkeit überprüft
    screenshot/video consumer reports

    Mit einer "Instron"-Maschine wurden mehrere Geräte auf ihre Belastbarkeit überprüft

  • Alle getesteten Smartphones - inklusive iPhone 6 - sind für die normale Nutzung ausreichend geschützt
    screenshot/video consumer reports

    Alle getesteten Smartphones - inklusive iPhone 6 - sind für die normale Nutzung ausreichend geschützt

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