Weltweiter Sicherheitshinweis des Außenministeriums

27. September 2014, 11:56
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"Erhöhte Gefahr terroristischer Anschläge und Entführungen" - Auch Deutschland gibt Warnung aus, USA wollen Sicherheitsmaßnahmen an Flughäfen wieder einmal verschärfen

Wien - Das österreichische Außenministerium hat am Samstag einen weltweiten Sicherheitshinweis veröffentlicht. "Es besteht derzeit weltweite eine erhöhte Gefahr terroristischer Anschläge und Entführungen", heißt es auf der Homepage des Ministeriums.

Vorrangige Anschlagsziele seien Orte mit Symbolcharakter, wie Regierungs- und Verwaltungsgebäude, Verkehrsinfrastruktur (insbesondere Flugzeuge, Bahnen, Schiffe), Wirtschafts- und Tourismuszentren, Hotels, Märkte, religiöse Versammlungsstätten sowie generell größere Menschenansammlungen. Es könne dabei zu Sprengstoffanschlägen, Angriffen mit Schusswaffen, Entführungen und Geiselnahmen kommen.

Unterschiedliche Bedrohungsgrade

Der Grad der terroristischen Bedrohung sei von Land zu Land unterschiedlich, so das Außenministerium. Erhöhte Anschlagsgefahr bestehe insbesondere in Ländern und Regionen, wo bereits wiederholt Terrororganisationen aktiv waren, wo Terroristen über Rückhalt in der lokalen Bevölkerung verfügten oder wo Anschläge mangels effektiver Sicherheitsvorkehrungen vergleichsweise leicht verübt werden könnten.

Informationen über Terrorgefahren fänden sich in den länderspezifischen Reise- und Sicherheitshinweisen des Außenministeriums. Diese würden regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst. Das Außenministerium empfiehlt allen Reisenden nachdrücklich ein möglichst sicherheitsbewusstes und situationsgerechtes Verhalten. Reisende sollten sich vor und während einer Reise sorgfältig über die Verhältnisse in Ihrem Reiseland informieren, die örtlichen Medien verfolgen und verdächtige Vorgänge (unbeaufsichtigte Gepäckstücke in Flughäfen oder Bahnhöfen, verdächtiges Verhalten von Personen.) den örtlichen Polizei- oder Sicherheitsbehörden melden. Auf die Möglichkeit der Reiseregistrierung wird ausdrücklich hingewiesen.

Wieder mehr Sicherheitsmaßnahmen der USA

Einen ähnlichen Sicherheitshinweis hat auch das deutsche Außenministerium auf seiner Homepage veröffentlicht. Parallel dazu verstärken auch die USA ihre Warnungen und Pläne im Kampf gegen den Terror. Die Zivilluftfahrt als solche sei vor allem durch die Terrorgruppe Khorasan, die von Syrien aus operiert, in "klarer und präsenter Gefahr", erklärte der Chef der US-Transportsicherheitsbehörde, John Pistole. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP am Freitag. Khorasan versuche, Sprengkörper zu entwickeln, die durch die üblichen Sicherheitskontrollen auf Flughäfen nur schwer zu entdecken seien.

Einreisekontrollen in die USA schon im Ursprungsland

Zu diesem Zweck plant Washington einem Bericht der "Wirtschaftswoche" zufolge auch, eigene Beamte auf deutschen Flughäfen zu stationieren. Sie sollen Fingerabdrücke und Porträtfotos von Reisenden aufnehmen, die in die USA fliegen. Der Einreise-Check solle nach der üblichen Sicherheitskontrolle am Flughafen erfolgen und im Schnitt 30 bis 120 Sekunden dauern. Die bisher üblichen Einreisekontrollen bei der Ankunft in den USA würden dafür entfallen.

Verhandlungen mit Deutschland

Laut "Wirtschaftswoche" kontrollieren US-Beamte schon auf 15 Flughäfen in sechs Ländern, etwa in Irland. Von 2015 an wollten die USA mit weiteren Staaten verhandeln. Das deutsche Innenministerium habe bestätigt, dass die US-Behörden das Thema "anlässlich einer Zusammenkunft zu einem anderen Thema angesprochen" hätten.

Das deutsche Innenministerium sieht die Pläne skeptisch. Man habe noch "keine abschließende Positionierung" vorgenommen, stehe "dem Ansinnen gleichwohl äußerst zurückhaltend gegenüber", teilte das Ministerium mit. (APA/red, derStandard.at, 27.9.2014)

  • Sicherheitskräfte patroullieren neben dem Louvre.
    foto: ap/ena

    Sicherheitskräfte patroullieren neben dem Louvre.

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