Keine Zweifel an Begegnung mit Braunbär im Lungau

26. September 2014, 18:13
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71-Jähriger wurde bei Zusammentreffen verletzt

Salzburg - Nach der Attacke eines Braunbären auf einen 71-jährigen Lungauer hat sich der für Salzburg zuständige Bärenanwalt, Georg Rauer, vor Ort ein Bild gemacht. Beim Lokalaugenschein auf dem Almgelände des Schwarzenbergs im Süden von Tamsweg entdeckte Rauer aufgrund der Witterung zwar keine Bärenspuren im Boden, dennoch sagte er, an den Schilderungen des Mannes bestehe kein Zweifel.

Es würden Fotofallen aufgestellt, um Bilder von dem Bären zu bekommen, sagte Agrarlandesrat Josef Schwaiger (ÖVP). Zudem sei mit der Salzburger Jägerschaft vereinbart worden, dass verstärkt und gezielt beobachtet wird. An Wanderer appelliert der Landesrat, sich nicht selbst auf die Bärensuche zu begeben, um unnötige Gefahrensituationen zu vermeiden. "Derzeit schätzt das Expertenteam die Situation für die Bewohner als nicht gefährlich ein", betont Schwaiger.

Hieb mit der Pranke

Wie der Standard berichtete, verletzte der Braunbär den Landwirt bereits am Dienstagnachmittag. Der 71-Jährige sei langsam rückwärts gegangen, als er den ausgewachsenen Bären gesehen hatte. Dabei sei der Mann gestolpert und hingefallen. Als er wieder aufstehen wollte, verpasste ihm der Bär mit seiner Pranke einen leichten Hieb auf die Wange. Daraufhin habe sich der Bauer hingelegt und totgestellt, bis der Bär das Weite suchte. Der Mann erlitt eine Platzwunde und Verletzungen an den Zähnen.

Der Lungauer, der selbst Jäger ist, habe die Begegnung sehr glaubhaft, und detailreich geschildert. Er habe sich vollkommen korrekt verhalten, weil er bei der Begegnung mit dem Raubtier ruhig und langsam den Rückzug angetreten habe, erklärt Rauer. Woher der Bär kommen könnte? Darüber wollte der Bärenanwalt noch keine Spekulationen anstellen. Auffällige Bären in der Grenzregion zu Slowenien oder aus dem Trentino kenne man sehr wohl. "Aber wir haben jetzt keinen Kandidaten, der das sein könnte." Zuordnungen oder Vermutungen wie im Fall Bruno gebe es nicht.

Die Bezirkshauptmannschaft Tamsweg hat inzwischen eine Broschüre mit Verhaltenstipps aufgelegt, die auch in elektronischer Form erhältlich ist. Für die Bevölkerung wurde zudem ein Bären-Informationstelefon eingerichtet. (ruep, DER STANDARD, 27.9.2014)

  • Bärenanwalt Georg Rauer hat sich am Freitag auf dem Almgelände des Schwarzenbergs im Süden von Tamsweg  ein Bild gemacht.

    Bärenanwalt Georg Rauer hat sich am Freitag auf dem Almgelände des Schwarzenbergs im Süden von Tamsweg ein Bild gemacht.

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