Polen bereitet sich auf Invasion der "grünen Männchen" vor

26. September 2014, 15:07
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Regierung will paramilitärischen Organisationen in staatliches Verteidigungssystem einbeziehen

Warschau - Der Chef des polnischen Büros für Nationale Sicherheit (BBN), General Stanislaw Koziej, trifft sich in der kommenden Woche mit Vertretern paramilitärischer Organisationen, die angesichts der angespannten politischen Lage in Osteuropa die Gründung einer Freiwilligenarmee fordern. Das berichtete am Freitag die Zeitung "Rzeczpospolita".

Koziej nimmt auch an den Manöver teil, die am Wochenende stattfinden. In Ostrowiec Swietokrzyski werden rund 250 Vertreter paramilitärischer Gruppierungen aus ganz Polen Elemente des Guerilla-Kriegs trainieren. Das Szenario der Manöver sieht eine Auseinandersetzung mit sogenannten "grünen Männchen" vor, also unmarkierten Militäreinheiten, ähnlich denen, die vor kurzem auf die Krim und in die Ost-Ukraine eingedrungen waren.

Hybrid-Krieg

Koziej betonte im Gespräch mit der "Rzeczpospolita" die Notwendigkeit der Einbeziehung der paramilitärischen Organisationen in das Verteidigungssystem des Staates. Seiner Meinung nach ist das besonders wichtig hinsichtlich der Verstärkung der strategischen Widerstandskraft Polens auf unkonventionelle Aggressionsformen, wie der "Hybrid-Krieg", mit dem man in der Ukraine zu tun habe.

Experten zufolge hat Polen ein großes Potenzial für die Gründung einer freiwilligen Territorialverteidigung. Die Zahl der Menschen, die in Polen in paramilitärischen Organisationen tätig sind, wird auf mindestens 600.000 geschätzt. Allein der am meisten bekannten "Bewegung der Nationalverteidigung" gehören rund 40.000 aktive und ehemalige Soldaten, Polizisten, aber auch Zivilisten an.

Angesichts der wachsenden Bedrohung seitens Russlands sind auch mindestens 100.000 kleine und mittlere Unternehmen in Polen bereit, bewaffnete Selbstverteidigungsgruppen zu gründen und sie zu finanzieren. Dies geht aus einer Untersuchung des Unternehmerverbandes ZPP hervor, deren Ergebnisse am Freitag die "Gazeta Wyborcza" veröffentlichte. Das Verband arbeitet aktuell mit dem Warsaw Enterpise Institut an einem Entwurf der rechtlichen Regelungen. (APA, 26.9.2014)

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