Lettland: Russischsprachige Partei in Umfragen vorn

26. September 2014, 13:01
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Prognosen sagen "Harmoniezentrum" dennoch Verluste bei Parlamentswahl vorher, Nationalisten legen leicht zu - Neugründung "Lettland aus dem Herzen" würde Einzug schaffen

Riga - Rund eine Woche vor der Parlamentswahl in Lettland liegt die von russischsprachigen Letten dominierte Partei "Harmoniezentrum" in der Gunst der Wähler weiter vorne. Laut einer Umfrage des Instituts SKDS, die am Freitag von der Nachrichtenagentur LETA veröffentlicht wurde, kommen die Sozialdemokraten auf knapp 20 Prozent der Stimmen.

Damit verbessert das Harmoniezentrum um den Rigaer Bürgermeister Nils Usakovs zwar ihr Ergebnis einer Umfrage vom August leicht, muss aber im Vergleich zum Resultat der letzten Wahl 2011 (28 Prozent) herbe Verluste hinnehmen.

Die rechtsliberale Regierungspartei "Einheit" von Ministerpräsidentin Laimdota Straujuma kommt auf 15 Prozent, die relativ weit rechts stehend Nationale Allianz (Alles für Lettland! Für das Vaterland und Freiheit, VL-TB/LNNK) legt im Vergleich zu einer Umfrage vom August um drei Prozentpunkte zu und liegt nun bei 9,5 Prozent. Auf die Union Grüne und Bauern - neben "Einheit" und den Nationalisten die dritte Regierungspartei - entfallen zehn Prozent.

Partei von Rechnungshofpräsidentin im Aufwind

Für eine Überraschung sorgte die kürzlich gegründete Partei der früheren Rechnungshofpräsidentin Inguna Sudraba, "Lettland aus dem Herzen". Gegenüber dem Vormonat konnte sie die Umfrageergebnisse von 3,4 auf 7,8 Prozent verdoppeln - und wäre damit als neue Partei im Parlament vertreten. Bei der Parteigründung im Mai sagte Sudraba, ihr Ziel sei es, Lettland sicherer und unabhängiger zu machen.

Das Vorgehen des russischen Präsidenten Wladimir Putin im Osten der Ukraine sorgt auch in Lettland, das zweimal von der Sowjetunion besetzt wurde (1940 bis 1941 und 1945 bis 1990), für Unbehagen. Das könnte den nationalistisch orientierten Parteien in die Hände spielen. Entscheidend für den Ausgang der Wahl am 4. Oktober dürften der Anteil der Nichtwähler (knapp 14 Prozent wollen gar nicht wählen) und die Entscheidung der noch Unentschlossenen sein (derzeit 16,5 Prozent). (APA, 26.9.2014)

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