Zahl der EU-Bürger bei IS-Miliz steigt stetig

26. September 2014, 11:39
78 Postings

Verstärkt Einsätze gegen mutmaßliche Jihadisten in Europa, dutzende Festnahmen

London/Madrid - Die Zahl der EU-Bürger, die in Syrien und im Irak aufseiten der militanten Islamisten kämpfen oder gekämpft haben, ist auf 3.000 gestiegen. Das sagte der Anti-Terror-Koordinator der EU, Gilles de Kerchove. Anfang des Jahres sei man noch von 2.000 europäischen Jihadisten ausgegangen.

In der neuen Zahl seien auch jene enthalten, die im Kampf getötet worden oder nach Europa zurückgekehrt seien, sagte de Kerchove.

Razzia in London

Die verstärkte Suche nach Rekrutierten in Europa macht sich bemerkbar: Die britische Polizei nahm am Freitag zwei weitere Männer unter Terrorverdacht fest, die spanische Regierung gab die Festnahme von neun mutmaßlichen Mitgliedern einer Gruppe mit Verbindungen zur Jihadistenorganisation "Islamischer Staat" (IS) bekannt.

Eine britische Spezialeinheit zur Terrorbekämpfung stoppte Freitagfrüh einen 33-Jährigen und einen 42-Jährigen auf der Autobahn M6, wie Scotland Yard mitteilte. Der Jüngere soll unter anderem Mitglied einer verbotenen Organisation sein, dem älteren Mann wird Beihilfe vorgeworfen. Im Rahmen einer Razzia gegen islamistischen Terrorismus waren bereits am Vortag in London neun Männer festgenommen worden. Es würden weitere Häuser durchsucht, hieß es in der Mitteilung.

Zusammenarbeit von Spanien und Marokko

Die in Spanien verhaftete Gruppe sei in der Exklave Melilla und der benachbarten marokkanischen Stadt Nador aktiv gewesen, teilte das spanische Innenministerium mit. Demnach erfolgten die Festnahmen in Zusammenarbeit zwischen der spanischen und der marokkanischen Polizei. Zu Zeit und Ort der Festnahmen wurden keine Angaben gemacht.

Schätzungen zufolge kämpfen derzeit etwa 1.500 bis 2.000 marokkanische Jihadisten im Verbund mit der IS und anderen Gruppen in Syrien und im Irak. Die marokkanische Regierung fürchtet ebenso wie viele europäische Staaten, dass Rückkehrer in ihren Heimatländern Anschläge verüben könnten. (APA, 26.9.2014)

Share if you care.