"Polit-Furunkel": Jeannée verletzte laut Presserat Menschenwürde

26. September 2014, 11:34
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"Gleichsetzung mit eitriger Entzündung" verstößt laut Presserat "schwer" gegen Ehrenkodex der österreichischen Presse

Wien - In seiner Kolumne "Post von Jeannée", erschienen in der "Kronen Zeitung" vom 11. September, beschrieb Michael Jeannée den EU-Abgeordneten Eugen Freund (SPÖ) und Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) als "Polit-Furunkel" und forderte den Rücktritt der Ministerin.

Heinisch-Hosek und Eugen Freund verunglimpft

Der Senat 1 des Presserats sieht "durch die Gleichsetzung von Politikern mit einer eitrigen Entzündung" die Persönlichkeitssphäre der Politiker verletzt und diese diffamiert und verunglimpft. Diese Bezeichnung "missachtet deren Menschenwürde" und sei ein "schwerwiegender Verstoß" gegen den Ehrenkodex für die österreichische Presse.

"Menschenverachtende Herabsetzungen"

Weiters könne eine derartige drastische Äußerung auch mit der Presse- und Meinungsfreiheit, die bei Kommentaren besonders weit reicht, nicht gerechtfertigt werden. Politikerinnen und Politiker im öffentlichen Diskurs müssten sich zwar mehr gefallen lassen als Durchschnittsbürger, um einem lebendigen Diskurs und Austausch von politischen Meinungen in einer Demokratie zu gewährleisten - grobe und menschenverachtende Herabsetzungen, wie im vorliegenden Fall müssten aber auch politisch engagierte Personen nicht hinnehmen, so der Senat.

Der Senat 1 des Presserats führte in diesem Fall ein Verfahren auf eigene Initiative durch. Von der Möglichkeit, an dem Verfahren teilzunehmen, hat die Medieninhaberin der "Kronen Zeitung" nicht Gebrauch gemacht. Sie ist bisher nicht dem Ehrenkodex und dem Presserat beigetreten. (red, 26.09.2014)

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