Lymphome: Statistik des Überlebens

26. September 2014, 10:44
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Die Chancen von Patienten mit Primären Lymphomen sinken ab dem 65. Lebensjahr

Die durchschnittliche Überlebensrate bei Patient/-innen mit Primären Lymphomen des Zentralnervensystems (PCNSL; Tumore des Lymphgewebes im ZNS) fällt auf Bevölkerungsebene deutlich schlechter aus als bisher von klinischen Studien berichtet.

Das zeigt eine Studie der Medizinischen Universität Wien, die auf dem Europäischen Krebskongress ESMO 2014 in Madrid präsentiert wurde. Studienautorin Adelheid Wöhrer: "Ob die Chancen für die Betroffenen besser oder schlechter stehen, hängt im Wesentlichen vom Alter ab. Patient/-innen, die unter 65 waren, überlebten durchschnittlich drei Jahre und acht Monate, Ältere dagegen starben im Schnitt nach nur fünf Monaten." Das Geschlecht der Patient/-innen spielte für die Überlebensdauer hingegen keine Rolle.

Das Durchschnittsalter zum Zeitpunkt der Diagnose lag bei 67 Jahren, die durchschnittliche Überlebensrate aller Patient/-innen betrug elf Monate.

Krasser Gegensatz zu Optimismus

Nur ein Drittel der Patienten erlebte das dritte Jahr der Erkrankung, ein gutes Fünftel auch das fünfte Jahr. Diese populationsbasierte Daten stehen in einem krassen Gegensatz zu den optimistischeren Ergebnissen klinischer Studien, die von einer mittleren Überlebensrate von 30 bis 60 Monaten berichten. Studienautorin Wöhrer: "Es bedarf noch weiterer Forschungsanstrengungen, insbesondere Studien zu multizentrischen und prospektiven klinischen Verfahren, um die Behandlungsergebnisse bei PCNSL-Patient/-innen zu verbessern."

Die Arbeit der österreichischen Forscher/-innen basiert auf einer Auswertung von Patientendaten des Österreichischen Gehirntumorregisters: Zwischen 2005 und 2010 wurden in 201 Fällen Primäre Lymphome des Zentralnervensystems (PCNSL) neu diagnostiziert und histologisch bestätigt.

Die altersstandardisierte Inzidenzrate liegt bei 0,3 pro 1.000.000 Personenjahre und fällt somit gering aus. Laut internationalen Daten ist in den letzten Jahren in manchen Ländern die Inzidenzrate gestiegen, Österreich ist dieser Studie zufolge jedoch nicht von dieser Tendenz betroffen. (red, derStandard.at, 25.9.2014)

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