ATX setzt Verlustserie fort

29. September 2014, 17:59
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Siebenter Minustag in Folge an Wiener Börse - Europas Konsumenten pessimistischer - Bankaktien ziehen Indizes ins Minus

Wien - Die Wiener Börse hat am Montag ihren Negativlauf fortgesetzt und den siebenten Handelstag in Folge schwächer geschlossen. Der ATX fiel 13,75 Punkte oder 0,62 Prozent auf 2.202,03 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 17 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.219 Punkten.

Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York -0,30 Prozent, DAX/Frankfurt -0,73 Prozent, FTSE/London -0,06 Prozent und CAC-40/Paris -0,85 Prozent.

Auch die übrigen europäischen Indizes zeigten sich zum Wochenauftakt mit Verlusten. Belastet wurden die Indizes europaweit von den Bankenwerten. Marktteilnehmer verwiesen auf Verluste bei den britischen Geldhäusern HSBC und Standard Chartered infolge der Unruhen in Hongkong. Ein Analyst von IG rechnet auch an Europas Aktienbörsen mit einer schwankungsreichen Woche, da die Unruhen in Hongkong über die asiatischen Handelsplätze hinaus für Beunruhigung sorgen würden.

Durchwachsen fielen zudem aktuelle Konjunkturwerte aus der Eurozone aus: So bremste sich der Preisverfall in Spanien zwar leicht ein, dennoch fielen die Preise den dritten Monat in Folge. Experten hatten diese Entwicklung erwartet. Ebenso erwartungsgemäß blieb die Teuerung in Deutschland auf ihrem niedrigsten Niveau seit 2010. Die Wirtschaftsstimmung im Euroraum hat sich unterdessen im September wegen pessimistischerer Konsumenten erneut eingetrübt. Insbesondere Angst vor Arbeitslosigkeit und Konjunktursorgen lasten auf der Verbraucherstimmung, hieß es.

Nach sechs Verlusttagen in Serie machte die Wiener Börse also da weiter, wo sie vergangene Woche aufgehört hatte: in der Verlustzone. Dazu trugen auch in Wien die Abgaben bei den Bankaktien bei, Erste Group fielen 1,29 Prozent auf 18,00 Euro und Raiffeisen Bank International (RBI) 2,75 Prozent auf 17,34 Euro. Die RBI muss ihrer ungarischen Tochter im laufenden Jahr mit einer bis zu 200 Mio. Euro schweren Kapitalspritze unter die Arme greifen. "Im Moment sind wir gut kapitalisiert - aber nicht für mögliche weitere Verluste, die auf uns zukommen", sagte der Ungarn-Chef der Raiffeisen Bank International, Heinz Wiedner, zu Reuters.

Auch andere schwächelnde Schwergewichte wie OMV (minus 0,57 Prozent), Immofinanz (minus 1,35 Prozent) oder voestalpine (minus 1,41 Prozent) lasteten zum Wochenauftakt auf dem ATX.

Buwog zeigten sich mit plus 1,13 Prozent auf 15,19 Euro trotz des schwachen Umfelds gut gesucht, nachdem der Immobilienkonzern vorbörslich Quartalszahlen veröffentlicht hatte. Im ersten Geschäftsquartal 2014/15 (Mai bis Juli) wurde ein operatives Ergebnis von 36,7 Mio. Euro erzielt. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) betrug 8,2 Mio. und das Konzernergebnis 6,2 Mio. Euro, teilte die Buwog mit.

Die Analysten der Berenberg Bank werten die Buwog-Quartalsergebnisse als "solide", sie erwarten eine höhere Profitabilität mit fortscheitender Integration der deutschen Sparte. Sie bestätigen infolge ihre Kaufempfehlung "buy" und ihr Kursziel von 17,50 Euro. (APA, 29.9.2014)

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