Deutschland und Schweden nahmen mehr als Hälfte der syrischen Flüchtlinge auf

26. September 2014, 06:34
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Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland landen vor allem in Westeuropa

Wien - Mehr als die Hälfte der syrischen Flüchtlinge in Europa haben in Deutschland und Schweden Zuflucht gefunden. Seit Beginn des Syrien-Konfliktes im Frühjahr 2011 nahm allein das skandinavische Land bis Ende August mehr als 45.000 Syrer auf, wie aus aktuellen Zahlen der EU und des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR hervorgeht. In Deutschland fanden rund 38.000 Menschen aus dem Bürgerkriegsland Zuflucht.

Neun Millionen Menschen vertrieben

Der Konflikt in Syrien hat laut UNHCR insgesamt mehr als neun Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. Davon landeten bisher nur etwas über 130.000 in Europa.

Bei weitem am meisten Syrer zieht es in westeuropäische Staaten. Deutschland erhält nicht nur viele Asylgesuche von Syrern, sondern holt über ein eigenes Programm auch 25.500 syrische Flüchtlinge aus dem Konfliktgebiet ins Land. In Schweden - das traditionell viele Flüchtlinge aufnimmt - wurde Asyl zum Wahlkampfthema. Die rechtsnationalen Schwedendemokraten holten bei der Parlamentswahl im September rund 13 Prozent der Stimmen. Dennoch wollen die politischen Parteien vorerst an der Aufnahme von syrischen Flüchtlingen festhalten.

Polen und Spanien nehmen wenige Flüchtlinge auf

Eine große Anzahl an Syrern landete laut UNHCR auch in Bulgarien (knapp 8.000 bis Ende Juli), sowie in den Niederlanden (rund 7.000 bis Ende Juni) und in der Schweiz (5.700 bis Ende Juni). Große EU-Staaten wie Polen oder Spanien nahmen hingegen vergleichsweise wenige Flüchtlinge aus Syrien auf, geht aus den Zahlen der UNO-Organisation hervor.

Österreich im Mittelfeld

Österreich liegt bei der Aufnahme von Syrern im Mittelfeld - mit steigender Tendenz. Bis Ende 2013 baten rund 3.500 Syrer um Asyl. Seit Jahresanfang suchten rund 3.500 weitere Menschen aus dem Konfliktgebiet um Schutz an. Auch holt die Regierung nach deutschem Vorbild rund 1.500 syrische Flüchtlinge über ein Resettlement-Programm ins Land. Die Zahl könnte damit jene in den meisten anderen Staaten bereits übertreffen, allerdings sei unklar, wie viele der Betroffenen inzwischen in andere Länder weitergereist oder gar verstorben seien, heißt es vom UNHCR. Es fehle an schlüssigen Daten.

Wenig bekannt ist vorerst über die Anzahl der Flüchtlinge aus dem Irak seit der Verschärfung des Konfliktes mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Laut EU-Statistik baten seit Jahresanfang rund 6.000 Iraker in den 28 Mitgliedsstaaten um Asyl, in Österreich landeten davon laut Statistik Austria rund 400. Wie viele Flüchtlinge aus dem Irak insgesamt in Europa seien, lasse sich bisher schwer sagen, heißt es von der UNO-Flüchtlingsorganisation. (APA, 26.9.2014)

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