Spekulationen um EZB-Kurs schwächen Euro

25. September 2014, 17:59
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Immer mehr Anleger setzen darauf, dass die EZB ihre Geldschleusen schon bald noch weiter öffnen könnte, die Rede ist wieder von Staatsanleihenkäufen

Wien - Die unterschiedlichen geldpolitischen Richtungen der Europäischen Zentralbank und der US-Notenbank Fed hinterlassen an den Devisenmärkten immer tiefere Spuren. Der Euro ist am Donnerstag auf den tiefsten Stand seit 22 Monaten gefallen. Nächste Woche beraten die obersten Währungshüter in der Eurozone wieder zur Zinspolitik und Experten erwarten weitere Details zu milliardenschweren Anleihen-Ankäufen durch die EZB.

"EZB-Chef Mario Draghi bläst weiter ins QE-Horn, daher ist es kein Wunder, dass der Euro nun so schwächelt", sagte Esther Reichelt, Währungsstrategin bei der Commerzbank. Viele Marktteilnehmer gehen davon aus, dass ein umfangreiches Anleihe-Ankaufprogramm der EZB - Quantitative Easing (QE) genannt - nur noch eine Frage der Zeit ist. Draghi hat in den vergangenen Tagen mehrfach die Bereitschaft betont, bei Bedarf auch Staatsanleihen aufzukaufen. Die EZB hatte im September bereits ein Anleihenprogramm angekündigt, allerdings sollen dabei im Gegensatz zu US-Notenbank, der Bank of England und der Bank of Japan kaum Staats- sondern andere Papiere gekauft werden.

Der schwächere Euro ist ein willkommener Nebeneffekt. So erwarten Börsianer dank der günstigeren Währung einen Schub für Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb stehen. Insbesondere der US-Dollar und das britische Pfund haben zuletzt gegen den Euro aufgewertet. Die Notenbanken dort dürften im Gegensatz zur EZB demnächst das Ende der Nullzinspolitik einleiten und ihre Anleihenkaufprogramme beenden. (red, DER STANDARD, 26.9.2014)

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