Katars Team zog nach Kopftuchverbot zurück

26. September 2014, 10:59
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Aus Protest Abschied von Asienspielen in Südkorea - Verband: Regeln haben keinen religiösen Grund

Aus Protest gegen ein Kopftuchverbot hat sich das Frauen-Basketball-Nationalteam aus Katar von den Asienspielen in Incheon (Südkorea) zurückgezogen. Die Mannschaft habe die Entscheidung zum Rückzug getroffen und bereite sich auf die Rückkehr in die Heimat vor, zitierte die Nachrichtenagentur AP am Donnerstag den katarischen Delegationsleiter Khalid Al-Jabir.

Katar hätte am Mittwoch sein Auftaktspiel gegen die Mongolei bestreiten sollen, die Spielerinnen wurden aber vor Beginn aufgefordert, ihre Hijab-Schals abzulegen. Daraufhin trat die Mannschaft nicht an, das Spiel wurde mit 0:20 gewertet. Weil vor dem zweiten Match am Donnerstag keine Regeländerung in Sicht war, entschied sich die Teamführung zur Heimreise.

In anderen Sportarten sind Kopftücher erlaubt. Der Basketball-Weltverband (FIBA) hingegen hat das Tragen der Tücher bisher nicht genehmigt. Mit Religion habe die Vorschrift jedoch nichts zu tun. "Diese Regeln bestehen seit 20 Jahren und wurden ausschließlich aus sportlichen Gründen aufgestellt", teilte der Verband am Freitag mit. Ab Sommer 2015 sei jedoch eine Lockerung möglich.

Der Verband sieht sich in Zugzwang, da in anderen Sportarten, darunter auch Fußball, das Tragen von Kopftüchern erlaubt ist. Der Fußball-Weltverband FIFA hatte seine Regeln erst in diesem Jahr geändert.

Laut FIBA waren dem katarischen Team die Vorschriften außerdem schon länger bekannt.(APA/sid, 26.9.2014)

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