"Forza Horizon 2"-Kritiken: Tester loben Road Trip an die Côte d'Azur

26. September 2014, 09:54
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Solide, aber nicht fehlerfreie Fortsetzung in schöner Kulisse des "alten Kontinents"

Mit "Forza Horizon" wagte die Xbox-exklusive Rennspielserie 2012 erstmals einen Ausflug in ein Open-World-Setting und erhielt dafür viel Lob. Nun, zwei Jahre später, soll das junge britische Studio Playground Games diesen Erfolg wiederholen. Von den USA geht es im zweiten Teil auf den "alten Kontinents" – ein Ausflug, an dem die Tester in den ersten Rezensionen Gefallen finden.

Von Colorado ans Mittelmeer

Statt durch die vielfältigen Weiten Colorados entführt "Forza Horizon 2" die Spieler ins französisch-italienische Grenzgebiet entlang der Mittelmeerküste, auch bekannt als die Côte d'Azur. Eine deutlich größere Landschaft, die zwar nicht ganz so abwechslungsreich und mit spektakulären Aussichten gesegnet ist, wie im ersten Teil, dafür aber umso glaubwürdiger wirkt, wie Eurogamer beschreibt.

Besonders angetan hat es dem Autor Oli Welsh ein kurviger Abschnitt direkt an der Grenze, in dessen Panorama man glatt versinken kann, während man elegant die Biegungen entlang und am restlichen Verkehr vorbei driftet. Einziger Wermutstropfen: Wohl um oft große Weitsicht zu ermöglichen, läuft das Spiel mit 30 statt 60 Bildern pro Sekunde.

168 Herausforderungen

An die Stelle der etwas aufgesetzt wirkenden Autogang-Rivalität rückt eine weniger rigide Struktur aus Bewerben, die sich über die insgesamt sechs befahrbaren Areale verteilen. Rennserien sind aufgeteilt in verschiedene Autotypen – etwa Oldies, SUVs oder moderne Sportwägen Es gibt 28 Bewerbskategorien und 168 Herausforderungen zu meistern, wenngleich nur ein Bruchteil erfolgreich abgeschlossen werden muss, um ins Finale vorstoßen zu können.

Das Skillsystem wurde aufgewertet. Wer besonders geschickt fährt und driftet erhält Punkte, die in einem einfachen Skilltree verteilt werden können. Erfahrungspunkte bringen wiederum Geld und Autoausstattung.

"Drivatare"

Straßen verstehen sich bei Rennen mehr als Empfehlung, denn Zwang, erklärt Joystiq. Trotzdem sind die Bewerbe oft spannend und am Ende feiert nur Erfolge, wer gelernt hat, im rechten Moment auf die Bremse zu treten oder eine kleine Abkürzung durch das Gebüsch zu nehmen. Zumindest in den ersten Spielstunden.

Übernommen wurde das "Drivatar"-System, in dem von der KI gesteuerte Raser den Fahrstil anderer "Forza"-Spieler zu imitieren versuchen. Dabei greift das Game bereits auf die Datenbank des 2013 erschienenen "Forza 5" zurück, um vom Start weg eine reichhaltige Auswahl an Gegnern zu bieten. Diese weisen meist sehr aggressiven Fahrstil auf und scheinen sich wenig um den physischen Abstand zu anderen Autos zu scheren – was sie als Widersacher aber wiederum angenehm unberechenbar macht.

Doch trotz Erfahrungssystem und Belohnungen kehrt mit der Zeit etwas zuviel Routine ein, kritisiert Polygon. Die diversen Fortschritte, die man als Spieler erzielt, setzen sich nur marginal ins Geschehen um. Dazu steigern sich – gefühlt – auch die Computergegner in ihren Fähigkeiten nicht so recht.

gamespot

Lob und Tadel für die Strecken

Der Multiplayer-Modus leidet generell unter dem Design der Rennstrecken, die die Wettfahrten tendenziell zu unübersichtlichen, chaotischen Angelegenheit machen. Die Fahrten auf den Tracks, die entweder linear oder als Rundkurse angelegt sind, beginnen üblicherweise mit wildem Gerangel, ehe sich jemand irgendwann schier uneinholbar absetzt.

Offroad-Fahrten bleiben vom Start bis ins Ziel zumeist ein Gestocher über die in die Landschaft gepflanzten Checkpoints hinweg. Ein Sieg, so Joystiq, fühlt sich oft mehr nach "Überleben" denn "Erfolg" an. Spaßig sei dagegen die gemeinsame Erkundung der offenen Welt.

Lob gibt es außerdem für autospezifische Herausforderungen, die abwechslungsreich und fordernd sein sollen und den Spieler an die Grenzen seines Könnens führen. Sie unterhalten auch dann noch, wenn man die Meisterschaft schon mehrere Male gewonnen hat.

Überzeugend, mit Luft nach oben

Trotz seiner Schwächen überzeugt "Forza Horizon 2" die Tester insgesamt, weil es mit seiner atmosphärischen Landschaft und dem soliden Konzept des Vorgängers eine gute Basis legt und eine gute Weile im Einzelspielermodus unterhalten kann. Playground Games zeigt mit dem Rennspiel auch Willen zur kontinuierlichen Weiterentwicklung des bestehenden Konzepts, aber zu wenig Mut, sich auf unbefahrene Routen abseits der Straße vorzuwagen. (gpi, derStandard.at, 26.09.2014)

  • "Forza Horizon 2" erscheint offiziell am 30. September für Xbox One und Xbox 360.
    screenshot: forza horizon 2

    "Forza Horizon 2" erscheint offiziell am 30. September für Xbox One und Xbox 360.

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