Entsorgung von Haushaltsmüll wird teurer

25. September 2014, 14:16
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Betroffen ist unter anderem Entsorgung von Glas im Haushaltsbereich - Laut ARA soll sich für Bürger möglichst nichts ändern

Wien - Auf die Verpackungssammlung in Österreich kommen ein "Bruch" und eine "neue Phase" zu, sagte Altstoff-Recycling-Austria-Vorstand Christoph Scharff am Donnerstag zur APA. Dieser Umbruch solle aber für die Bürger möglichst nichts ändern. Es komme zu mehreren Zusatzaufwendungen, die auf einen Schlag gültig werden. Diese Aufwendungen könne "niemand seriös abfangen", die gesamte Branche sei betroffen, erklärte der zweite ARA-Vorstand Werner Knausz.

Gemeint sind eine Novelle des Abfallwirtschaftsgesetzes 2013, die neue Verpackungsverordnung 2014 und die für 1. Jänner 2015 angekündigten Abgrenzungs- und Abgeltungsverordnungen. Mit der Abgrenzungsverordnung wird laut ARA die Abgrenzung zwischen Verpackungsabfall aus Haushalten und aus dem Gewerbe neu festgelegt.

Die Abgeltungsverordnung bestimme, was die Kommunen den Sammelsystemen für Verpackungsabfälle aus dem Restmüll verrechnen dürfen. Alle Punkte gemeinsam würden für alle Verpackungssammelsysteme zu "spürbar höheren Kosten" führen.

Nur Haushaltsverpackungen betroffen

Beide geplanten neuen Verordnungen - zuständig ist das Umweltministerium - betreffen laut Scharff nur Haushaltsverpackungen. Bisher würden die gesammelten Mengen "mit einem hohen Aufwand untersucht", um zu ermitteln, was bei gewerblichem Müll als Haushaltsmüll einzustufen ist und umgekehrt.

Diese "Hin-und-Her-Ermittlung" soll ab 1. Jänner Geschichte sein. "Damit fällt dem Haushaltssystem ein Mitfinanzier weg", so Scharff, beziehungsweise erspare sich der Gewerbesammler diese Kosten, die er für die Haushaltssammler hatte. Das ist einer der Gründe, warum es praktisch zu keiner Kostensteigerung bei der Gewerbe-Verpackungssammlung kommt.

Vor allem steigen die Preise im Haushaltsentsorgungssystem aber, weil die geplante Abgeltungsverordnung die Produzentenverantwortung für Haushaltsmüll laut Scharff erhöhen wird. Das alleine steigere die Kosten für die Haushaltsverpackungssammlung um "rund 20 Millionen Euro pro Jahr".

Sieben Tarifkategorien werden teurer

"Damit ist trotz der sofortigen Einleitung eines Kostensparprogramms die langjährige Talfahrt mit insgesamt 60 Prozent Senkung unserer Tarife vorläufig zu Ende", erklärte Knausz in einer Aussendung. "Andererseits muss man sehen, dass wir nach den Tarifanpassungen noch immer signifikant unterhalb des Niveaus der Jahre 2009/2010 liegen."

Von den 24 Tarifkategorien der ARA für Gewerbe- und Haushalts-Verpackungssammlung werden sieben teurer, vier günstiger, vier bleiben gleich. Neun Tarife werden wegen der geänderten Rahmenbedingungen ganz neu geschaffen. Teurer wird mit Jahresanfang 2015 die Tarifgruppen "Glas Haushalt" - um 34 Prozent von 71 auf 95 Euro je Tonne. "Papier Haushalt" und "Kunststoff Haushalt" steigen pro Tonne auf 105 Euro (plus 17 Prozent).

Die gewerblichen Entsorgungen werden hingegen billiger. Der Tarif für "Eisen-Metall gewerblich" sinkt um 29 Prozent auf 60 Euro je Tonne, "Kunststoff Folien gewerblich" und "Kunststoff Hohlkörper gewerblich" gehen um jeweils 22 Prozent auf 70 Euro pro Tonne zurück. (APA, 25.9.2014)

  • Die Kosten für Sammelsysteme.
    grafik: apa

    Die Kosten für Sammelsysteme.

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