Nach Trennung von Muti: Gianna Fratta Favoritin für römische Oper

25. September 2014, 14:07
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Römischer Bürgermeister möchte Frau an Spitze

Rom - Nach der Trennung vom Stardirigenten Riccardo Muti will der römische Bürgermeister Ignazio Marino eine Frau an die Spitze von Roms Opernhaus hieven. Als Favoritin gilt Gianna Fratta. Die 41-Jährige war die erste Frau, die die Berliner Philharmoniker dirigiert hat, berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica".

Als alternative Kandidatinnen gelten die Australierin Simone Young, 53-jährige Ex-Dirigentin an der Oper von Sydney und an der Hamburger Staatsoper, sowie die New Yorkerin Marin Alsop, Dirigentin des Baltimore Symphony Orchestra. Dem römischen Opernhaus droht unter dem Druck von Verlusten in Höhe von 12 Millionen Euro und ohne einen namhaften Dirigenten wie Muti die Schließung.

Oper teuerstes Theater Italiens

"Die Schließung des Theaters wäre ein extremer Beschluss, der jedoch nicht ausgeschlossen wird. Auch London und Paris haben in schwierigen Momenten ihre Opernhäuser geschlossen, die von Null auf neu gestartet sind und dann weltweit wettbewerbsfähig geworden sind", betonte Bürgermeister Marino. "Das aktuelle Niveau des römischen Theaters rechtfertigt nicht die hohen Ausgaben. Das römische Opernhaus ist das teuerste Theater Italiens. Jedes Jahr bekommt das Opernhaus von der Gemeinde Rom Finanzierungen von 17 Million Euro. Und trotzdem gibt es Spannungen ohnegleichen."

Das Opernhaus war in den vergangenen Monaten immer wieder von Streiks lahmgelegt worden. Die schwerverschuldete Gemeinde Rom hat zunehmende Schwierigkeiten, die finanziellen Mittel zum Erhalt des Theaters aufzubringen. Die Produktivität des Opernhauses gilt als zu niedrig.

Die Situation im Opernhaus erlaube ihm nicht, mit jener Ruhe zu arbeiten, die für gute Aufführungen notwendig seien, hatte Muti am Sonntag in einem Brief an Intendanten Carlo Fuortes geschrieben. Er werde sich künftig mehr um das Jugendorchester "Luigi Cherubini" kümmern, das er gegründet habe, schrieb Muti. Die Trennung von Roms Opernhaus sorgte in Italien für Aufregung. (APA, 25.9.2014)

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