"Hilfe aus nächster Nähe": Ärzte ohne Grenzen zeigen ihre Arbeit 

26. September 2014, 09:27
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Eine Ausstellung in Wien zeigt, was man sich unter medizinischer Nothilfe vorstellen kann

Wien - Mit einem aufblasbaren Operationssaal und in zehn Originalzelten zeigt die Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) bis zum 6. Oktober, was man sich unter medizinischer Nothilfe vorstellen kann. Derzeit sei das Hilfsvolumen so groß wie lange nicht mehr, sagte Reinhard Dörflinger, Präsident von MSF Österreich, bei der Eröffnung der Ausstellung "Hilfe aus nächster Nähe" am Donnerstag in Wien.

Die Teams von Ärzte ohne Grenzen (MSF) behandeln jedes Jahr über neun Millionen Menschen in mehr als 60 Ländern. Diese Tätigkeit gehöre zu den "edelsten und wertvollsten Dingen, die man auf der Welt tun kann", sagte Schriftstellerin Julya Rabinowich, die die Schirmherrschaft der Ausstellung übernommen hat. Als Helden wollten die Menschen, die weltweit für die Organisation im Einsatz sind, und das sind nicht nur Ärzte, sondern etwa auch Techniker und Logistiker, allerdings nicht gesehen werden. "Wir sind der Überzeugung, dass jeder Mensch das Recht auf Hilfe hat", sagte Dörflinger, diese sollte also selbstverständlich sein.

ärzte ohne grenzen - österreich

Die meisten der 30.000 Helfer und Helferinnen seien an Ort und Stelle für die Organisation tätig sind, sagte Rabinowich. Diese seien auch die wichtigsten Ansprechpersonen für jene, die in ein Krisengebiet kommen, sagte Ricardo Baumgarten, ein erfahrener Helfer. Zum einen sprechen sie nämlich die Sprache der Betroffenen und kennen die lokalen Gewohnheiten, zum anderen bleiben sie auch nach einem Kriseneinsatz dort.

Obwohl die Krisen in Syrien und im Irak derzeit im medialen Fokus stehen und auch der ausgestellte Ebolaschutzanzug traurige Aktualität habe, dürfe man auch die Menschen im Südsudan und in Zentralafrika nicht vergessen, gab Dörflinger in diesem Zusammenhang zu bedenken. Auch in diesen Ländern seien die Probleme noch längst nicht gelöst. (APA, derStandard.at, 25.9.2014)

  • Die Ausstellung zeigt, wie medizinische Nothilfe funktioniert.
    foto: heribert corn

    Die Ausstellung zeigt, wie medizinische Nothilfe funktioniert.

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