Ägypten streicht Diplomatentreffen mit Türkei

25. September 2014, 12:09
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Türkischer Präsident warf Kairo "Tötung der Demokratie" vor

New York - Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat mit scharfer Kritik an der ägyptischen Regierung die diplomatische Krise zwischen beiden Ländern verschärft. Der ägyptische Außenminister Samih Shukri sagte am Donnerstag nach Angaben seines Ministeriums ein Treffen mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu ab.

Das Gespräch hätte am Rande der UN-Vollversammlung in New York stattfinden sollen und war als Zeichen vorsichtiger Entspannung gewertet worden.

Erdogan hatte am Mittwoch bei der UN-Vollversammlung kritisiert, der islamistische Präsident Mohammed Morsi sei im vergangenen Jahr durch einen Militärputsch gestürzt worden. "Die Person, die den Putsch durchführte, wird legitimiert. Wenn wir über Demokratie sprechen, sollten wir die Wahl der Menschen an den Wahlurnen respektieren. Wenn wir dagegen die Menschen verteidigen, die durch Coups an die Macht kommen, dann frage ich, warum die Vereinten Nationen existieren."

"Chaos stiften"

Vor Erdogan hatte der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi bei der UN-Versammlung gesprochen, der Morsi in seiner damaligen Funktion als Militärchef gestürzt hatte. Das ägyptische Außenministerium kritisierte im Gegenzug Erdogan: "Der türkische Präsident will im Nahen Osten Chaos stiften und Uneinigkeit verbreiten, indem er Terrorgruppen politische und finanzielle Unterstützung gewährt und ihnen Unterschlupf gewährt."

Al-Sisi war im Mai zum neuen Präsidenten in Ägypten gewählt worden. Nach dem Sturz Morsis im Sommer vergangenen Jahres hatte das Militär einen Aufstand von Anhängern der Muslimbruderschaft blutig niedergeschlagen. Seitdem werden die Muslimbrüder in Ägypten als Terrororganisation eingestuft und hart verfolgt.

Muslimbrüder im Exil

Die Türkei hatte in einem engen Bündnis mit der ägyptischen Muslimbruderschaft gestanden, die Morsi unterstützt hatte. In der vergangenen Woche hatten türkische Medien berichtet, Erdogan sei zur Aufnahme führender ägyptischer Muslimbrüder aus ihrem Exil in Katar bereit. Morsi selbst war der erste demokratisch gewählte Präsident Ägyptens nach dem Sturz des Langzeitherrschers Hosni Mubarak 2011. (APA, 25.9.2014)

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