Aufregung um Taranteln im Burgenland

25. September 2014, 11:28
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Im Herbst suchen die Spinnen neue Populationen und können sich auch in Häuser verirren

Neusiedl am See - Im burgenländischen Bezirk Neusiedl am See sind in den vergangenen Tagen Taranteln in menschlichen Siedlungen aufgetaucht. Seither herrscht Aufregung, von einer Invasion war zum Teil bereits die Rede. Norbert Milasowszky, Biologe und Spinnen-Experte, klärte am Donnerstag auf, dass es sich hierbei um eine natürliche Sache handle, von einer Invasion könne keine Rede sein.

Giftig, aber nicht sprungbereit

"Im Herbst suchen die Spinnen neue Populationen, das dauert etwa von September bis Oktober. Mitte, Ende Oktober kriechen die Weibchen in selbst gegrabene Röhren und überwintern dort, im Frühjahr kommen sie wieder raus", erläuterte der Experte, der sich in den 1990er-Jahren im Rahmen eines Projektes intensiv mit der Tarantel im burgenländischen Seewinkel beschäftigt und diese untersucht hat.

Er klärte außerdem auf, dass die Spinne nicht springen könne und es sich um eine sogenannte Wolfspinne handle, die sehr wohl auch giftig sei.

Angst vor Bissen müsse man allerdings keine haben. Der Experte riet, die Tiere mit einem Glas und einem Karton als Deckel einzufangen. Danach solle man die Spinne am besten in der Natur wieder freilassen.

Klimawandel als möglicher Grund

Mit einem erhöhten Wasserstand am Neusiedler See bzw. dem vielen Regen habe das derzeitige Auftreten der Tiere seiner Meinung nach nichts zu tun. Milasowszky geht eher von einem Zusammenhang mit dem Klimawandel aus.

Generell biete der Seewinkel und auch die Parndorfer Platte "sehr schöne Lebensräume" für die Tarantel. Dass sie in Kellern bzw. in besiedelten Gebieten gefunden werde, liege einzig und allein daran, "dass sie sich verirren. Sie kommen zufällig. Viele wandern weiter, die fallen niemandem auf", so der Biologe.

Verirrte Taranteln gibt es laut dem Spinnen-Experten nicht nur im Nordburgenland. Auch in Niederösterreich seien immer wieder solche Tiere in menschlichen Siedlungen entdeckt worden. (APA, 25.9.2014)

  • Der Seewinkel und auch die Parndorfer Platte sind gute Lebensräume für die Tarantel.
    foto: reuters/henry romero

    Der Seewinkel und auch die Parndorfer Platte sind gute Lebensräume für die Tarantel.

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