Dritte Woche mit dem Leaf: Eine Kurzzeitfernbeziehung

Userartikel25. September 2014, 14:18
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Die dritte Woche mit dem Nissan Leaf war ganz, ganz anders - denn wir, mein Leaf und ich, waren getrennt

Mein Mann und ich waren eine ganze Woche in Umbrien und in der Toskana unterwegs – allerdings nicht mit dem Nissan Leaf, sondern mit einem Automobil mit konventionellem Verbrennungsmotor, denn knapp 3.000 Kilometer in zehn Tagen sind wohl nicht das richtige Anforderungsprofil für ein BEV-Fahrzeug.

Zeit zum mobilen Umdenken

Bevor die Elektroskeptiker in Triumphgeheul ausbrechen – ich bin überzeugt davon, dass ein Umdenken angesagt ist! Wir alle sollten uns von der Idee "One size fits all" lösen. Es erscheint wohl eher nicht sinnvoll, für zwei, drei Wochen Urlaub mit Kind, Kegel, Schwiegermutter und Gummiboot das ganze Jahr über mit einem riesigen Auto durch die Stadt zu fahren und Umwelt und Nerven zu belasten. Ein kluger Mensch hat das einmal "Mobilitätsmix" genannt – wir werden vielleicht bald alle "situationselastisch" das geeignete Verkehrsmittel auswählen: eine Jahreskarte für die Öffis, ein Fahrrad, ein Elektroauto – und bei Bedarf einen Benzin- oder Dieselwagen.

Die Realität holt uns ein

Dass das reine Elektroauto zu unseren Lebzeiten fernreisetauglich wird (Wien–Nordkap, Wien–Gibraltar, Wien–Land's End), glaube ich eher nicht. Selbst der tatsächlich tolle Tesla braucht 30 Minuten zum Schnellladen, und wenn vor dir jemand an der Zapfsäule steht, sind es schon 60 Minuten – verglichen mit drei Minuten zum konventionellen Tanken.

Ich denke, dass uns der Verbrennungsmotor, passend eingesetzt, schon noch eine Weile bleiben wird. Im Umfeld der Stadt wird das Elektroauto allerdings eine zunehmend wichtigere Rolle spielen.

Haltbarkeit der Akkus

Zurück zu "meinem" Leaf: Den habe ich natürlich während des Urlaubs nicht sinnlos herumstehen lassen, sondern einem zeitlichen "Langstreckentest" unterzogen. Schließlich hat man schon vom bösen Stromverlust beim Parken gelesen. Wie sieht es damit tatsächlich aus?

Von Freitag auf Samstag habe ich den Leaf noch einmal vollgeladen – 100 Prozent Ladestandsanzeige, 168 Kilometer kalkulierte Reichweite. Am Samstagmorgen habe ich dann kurz vor unserer Abreise in den Urlaub das Kabel "gekappt". Zehn Tage später: 99 Prozent und 166 Kilometer Reichweite – das lasse ich mir durchaus einreden. Einen noch längeren Test über einen Monat oder länger überlasse ich gerne jemand anderem, denn wir haben unsere E-Autos ja leider nur jeweils vier Wochen. (Ulrike Buchta-Kausel, derStandard.at, 24.9.2014)

Hinweis: Die Autos wurden von den jeweiligen Herstellern für den Testzeitraum zur Verfügung gestellt, der Kooperationspartner Smatrics bietet den Strom für die Elektrofahrzeuge an. Der Beitrag gibt die persönliche Meinung des Users wieder.

  • Seit gut drei Wochen ist Ulrike Buchta-Kausel mit dem Nissan Leaf unterwegs.
    foto: derstandard.at/hendrich

    Seit gut drei Wochen ist Ulrike Buchta-Kausel mit dem Nissan Leaf unterwegs.

  • Auch in Italien findet sich der eine oder andere Leaf.
    foto: ulrike buchta-kausel

    Auch in Italien findet sich der eine oder andere Leaf.

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