USA: Khorasan-Führer Fadhli vermutlich getötet

24. September 2014, 17:28
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Terrorgruppe bezieht ihre angebliche "Legitimation" aus islamischen Hadithen

Washington - Die USA gehen davon aus, dass der Führer der Terrororganisation Khorasan, Mohsin al-Fadhli, bei einem US-Luftangriff in Syrien getötet wurde. Das erklärte ein US-Regierungsvertreter am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters."Wir glauben, dass er tot ist", sagte er.

Die US-Regierung erachtet die Terrororganisation mit Verbindungen zu Al-Kaida als unmittelbare Bedrohung für den Westen. Khorasan plane Anschläge gegen US- und europäische Einrichtungen, hieß es.

Endzeit-Messias

"Khorasan" ist der Name einer historischen Region in Zentralasien. Das Wort ist persisch und bedeutet: "Wo die Sonne her kommt." Al-Fadhilis Terrortruppe soll sich diesen Namen gegeben haben, weil die Jihadisten glauben, dass es in Khorasan zum großen Krieg kommen werde, zu dessen Ende der Endzeit-Messias Mahdi erscheinen wird, schreibt die Schweizer Zeitung "Blick".

Auch im Internet kursieren Berichte über islamische Hadithe (Überlieferungen über Aussprüche und Handlungen des Propheten Mohammed), in denen von "schwarzen Fahnen aus Khorasan" und vom Erscheinen des Mahdi in Mekka die Rede ist.

Bester Scharfschütze der Rebellen getötet

Bei den Luftangriffen auf Islamisten in Syrien ist einer der besten Scharfschützen in den Reihen der Rebellen getötet worden. Nach Angaben der mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündeten Al-Nusra-Front kam Abu Yussef al-Turki bei der Bombardierung eines Ausbildungslagers der Gruppe in der Provinz Aleppo ums Leben.

Er habe niemals Zivilisten getötet, sondern alleine die Regierung von Präsident Bashar al-Assad bekämpft, schrieb ein Al-Nusra-Sympathisant im Internetdienst Twitter. "Warum haben die USA und ihre Handlanger ihn getötet?"

Der 47-jährige Türke war nach Angaben von Al-Nusra vor eineinhalb Jahren nach Syrien gegangen und hatte an verschiedenen Orten gegen die Assad-Truppen gekämpft. Zuletzt war er als Trainer für Scharfschützen eingesetzt. "Er war der sechstbeste Scharfschütze der Welt und hat 400 Scharfschützen ausgebildet", schrieb ein weiterer Sympathisant auf Twitter. Auch die regierungsnahe syrische Zeitung "Al-Watan" schrieb am Mittwoch, Al-Turki sei einer der "bekanntesten Scharfschützen der Welt" gewesen.

Moderate Rebellengruppen haben die USA und ihre arabischen Verbündeten kritisiert, weil sie neben Stellungen der Jihadistengruppe Islamischer Staat (IS) auch die Al-Nusra-Front angriffen. Sie gehört zu den Verbündeten im Kampf gegen Assad. (APA/Reuters, 24.9.2014)

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