Twitter-Kampagnen damals und heute

26. September 2014, 16:22
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Was wurde aus #aufschrei, Aufregung um Emma Watson und Aktionstag für sexuelle Selbstbestimmung

Was wurde aus…: Im Jänner 2013 hatte ein Hashtag Twitter fest im Griff. Unter #aufschrei posteten tausende Frauen ihre Erfahrungen mit Alltagssexismus. Maßgeblich beteiligt an der Twitter-Aktion war Anne Wizorek, die die darauffolgenden Wochen und Monate Dauergast in den deutschsprachen Medien war. Der "Spiegel Online" fragte nun in seiner Reihe "Was wurde eigentlich aus…?" nach, was aus Wizorek wurde. Seit kurzem kann sich die Beraterin für digitale Medien auch Buchautorin nennen. Diese Woche erschien ihr Buch "Weil ein #Aufschrei" nicht reicht. Für einen Feminismus von Heute", das sich ambitioniert über eine große Themenpalette hermacht: Care-Arbeit, feministische Vorbilder, Quote oder sexuelle Selbstbestimmung.

Rummel um Emma Watson-Rede: Emma Watsons Rede vor den Vereinten Nationen hat für Furore gesorgt. Dabei ging es weniger um den Anlass der Rede, der Auftakt zu der Kampagne "HeForShe", sondern um eine Drohung, Nacktbilder von Watson zu veröffentlichen. Doch dann wurde berichtet, diese Drohung sollte lediglich dem Zweck dienen, auf die Umtriebe der Seite "4Chan" hinzuweisen (wo die Fotos erscheinen sollten). Auch das stellte sich nur als Show heraus. Letztlich stand hinter dem Hoax jemand, der mit künstlich generierten Klicks, Likes oder Followern Geld verdient, so "Spiegeln Online", ein "professioneller Trickser" und "Aufmerksamkeitsverkäufer". Die konkrete Motivation für diese Aktion bleibt unklar.

In der "Süddeutschen" hießt es, dass das traurige an der Geschichte sei, dass sich niemand gewundert hätte, wenn es eine ernst gemeinte Drohung gewesen wäre, "für Frauen ist das Internet eine Gefahrenzone."

Auch Iris Alanyali beschäftigte sich diese Woche in der "Welt" mit Emma Watson. Obwohl es auch einiges kritikwürdiges an der Rede gäbe, "das jugendliche Pathos" etwa, oder dass auch Watsons Worte nicht ohne Klischees auskommen. Und zur Kampagne fragt sie, "wie zukunftsweisend eine Kampagne ist, die doch längst schon hinterfragte Geschlechterrollen einerseits kritisiert, um dann gleich im Titel dazu aufruft, als Mann dem schwachen Geschlecht unter die Arme zu greifen." Aber in Anbetracht der jungen Fans und der Mobilisationskraft einer Schauspielerin, die die Rolle einer der "berühmtesten Mädchenfiguren der Welt", Hermine Granger, spielte, hätte sich die ganze Aufregung letztlich doch zugunsten des eigentlichen Anliegens entwickelt.

Aktionstag: Am Sonntag ist übrigens der "Internationale Aktionstag für sexuelle Selbstbestimmung, Zugang zum legalen und sicheren Schwangerschaftsabbruch und für reproduktive Rechte von Frauen". Die 20000frauen laden zur Aktion in Wien. (red, dieStandard.at, 25.9.2014)

  • 2013 hatte der Hashtag #aufschrei Twitter fest im Griff.
    foto: ap/oliver lang

    2013 hatte der Hashtag #aufschrei Twitter fest im Griff.

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